Absatz in Europa und USA steigt wieder
Japanische Spielehersteller verdienen wieder Geld

Japans Computerspiele- Entwickler können durchatmen: Sega und Konami – neben Nintendo die wichtigsten japanischen Softwarespiele-Entwickler – haben gute Quartalsergebnisse vorgelegt. Analysten sehen die Unternehmen auf dem richtigen Weg.

bas TOKIO. Für das Gesamtjahr werde jedoch die zweite Jahreshälfte entscheidend sein, und da vor allem die Entwicklung auf dem US-Markt. Probleme wie hohe Entwicklungskosten und sinkende Umsätze in Japan belasten diese Firmen jedoch weiter.

Konami verdiente im ersten Quartal netto 4,18 Mrd. Yen bei einem Umsatz von 57,4 Mrd. Yen. Mit einem Betriebsgewinn von 9,6 Mrd. Yen sind bereits zwei Drittel des Ziels für das gesamte Geschäftsjahr erreicht. Ertragsbringer war das Sammelkartenspiel Yu-Gi-Oh, das in Europa und den USA erfolgreich abgesetzt wird. Bei den Computerspielen ging der Absatz hingegen von 4 auf 3,1 Mill. Yen zurück. Mit Computerspielen verdiente Konami 2,2 Mrd. Yen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte das Unternehmen wegen Abschreibungen auf sein Fitnessstudio-Geschäft noch Verluste gemacht. Die Quartalszahlen sind mit dem Vorjahr nur schwer zu vergleichen, weil Konami erstmals nach US-Bilanzvorschriften abrechnet.

Der Erfolg Konamis auf dem lukrativen US-Markt ist derzeit eine Ausnahme in der Branche. Doch zur Expansion ins Ausland gibt es keine Alternative; denn der japanische Markt schrumpft. Analysten meinen, dass Japans Spieleentwickler vor allem im Bereich Marketing zulegen müssen.

Sega, im abgelaufenen Geschäftsjahr mit dem ersten Gewinn seit sechs Jahren, zeigte mit einem starken ersten Quartal, dass sich das Unternehmen nach seinem Rückzug aus dem Konsolengeschäft 2001 wieder fängt. Die Erfinder der Figur „Sonic“ verdienten von April bis Juni netto 1, 89 Mrd. Yen (14 Mill. Euro). Vor einem Jahr war noch ein Verlust von 4, 7 Mrd. Yen angefallen. Sega profitiert vor allem von seinen Fußballsimulator- und Autorennspielen. Die Umsätze seien stark und die Entwicklungskosten bereits abgeschrieben, sagte Analyst Yuta Sakura von Nomura Research. Statt geplanter 1, 22 Mill. Spiele verkaufte Sega 1, 45 Mill. und will den Absatz im laufenden Quartal auf 1, 57 Mill. steigern.

Insgesamt stieg der Umsatz im ersten Quartal um knapp 20 % auf 42, 4 Mrd. Yen, das Betriebsergebnis drehte sich von einem Verlust von 2, 6 Mrd. Yen in einen Gewinn von 2, 7 Mrd. Yen. Damit sei das Ziel für das gesamte erste Halbjahr bereits überschritten, betonte Sakura. Sega blieb jedoch bei seiner Jahresprognose von 7, 5 Mrd. Yen Nettogewinn bei einem Umsatz 193 Mrd. Yen Umsatz.

„Wir sind vorsichtig, wie sich das zweite Geschäftsquartal entwickeln wird. Wir müssen sehen, ob die Umsätze weiter steigen, vor allem in den USA“, sagte Präsident Hisao Oguchi. Der 43-Jährige hatte im Sommer die Führung bei Sega übernommen, nachdem eine geplante Fusion mit Pachinko-Maschinenbauer Sammy im Mai scheiterte. Oguchi hat eine Forschungs- und Vertriebsoffensive bei Sega eingeleitet. Doch er hat noch eine Menge Aufräumarbeit vor sich, darunter den Abbau des hohen Schuldenbergs von mehr als 95 Mrd. Yen.

Unter den kleineren Anbietern wird deshalb eine weitere Konsolidierung erwartet. Ende vergangenen Jahres gingen die Rollenspielentwickler Enix (Dragon Quest) und Square (Final Fantasy) zusammen.

Quelle: Handelsblatt

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