Abspaltung des Geschäftes wird geprüft
DRAM-Geschäft beschäftigt Infineon erneut

Der Münchener Chipkonzern Infineon prüft nach Angaben aus Branchenkreisen erneut die Abspaltung des Geschäftes mit Speicherchips (DRAMs). Eine Entscheidung soll aber noch nicht getroffen worden sein.

HB MÜNCHEN. „Das ist nicht das erste Mal, dass Infineon sich das überlegt und das muss auch nicht das letzte Mal sein“, erfuhr Reuters am Mittwoch aus den Kreisen. Es sei normal, dass ein global tätiges Unternehmen seine Aufstellung in den verschiedenen Geschäftsfeldern routinemäßig überprüfe. „Es gibt da in keiner Weise irgendwelche Entscheidungen“, hieß es weiter. Infineon lehnte eine Stellungnahme ab. „Das kommentieren wir nicht“, sagte ein Sprecher.

Die Infineon-Aktie machte nach der Bekanntwerden der Pläne einen Teil ihrer Kursverluste wett und notierte gegen 16.45 Uhr noch 0,65 % im Minus mit 10,63 €. Das Geschäft mit DRAM-Speicherchips, mit 40 % Umsatzanteil der größte Bereich von Infineon, ist äußerst schwankungsanfällig. Es war der Hauptgrund für die Verluste von über 2,5 Mrd. €, die Infineon im Zuge der letzten Halbleiterkrise in den Jahren 2001 bis 2003 anhäufte.

In der Vergangenheit hatten sich manche Analysten dafür ausgesprochen, das DRAM-Segment abzuspalten und in ein Joint Venture einzubringen oder an der Börse zu platzieren. Damitz würde sich die Geschäftsentwicklung in den übrigen Bereichen verstetigen und wäre damit leichter berechenbar.

Experten gehen davon aus, dass mit dem Wechsel von Continental-Vizechef Wolfgang Ziebart an die Infineon-Spitze auch die bisherige Aufstellung des weltweit sechstgrößten Chipkonzerns überprüft wird. Der 54-jährige Autofachmann Ziebart, der auf den überraschend abgetretenen Halbleiterexperten Ulrich Schumacher folgt, gilt als äußerst renditeorientiert. Manche Analysten hegen deshalb Zweifel, dass der Manager auf Dauer das Risiko hoher Verluste bei jedem Abschwung der Halbleiterbranche in Kauf nimmt. Ziebart soll bis spätestens September bei Infineon im Amt sein, derzeit führt Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley den Konzern.

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