Abwicklung
BenQ Mobile vor dem Räumungsverkauf

Die Reste des insolventen Handybauers BenQ Mobile stehen unmittelbar vor der Liquidierung: Insolvenzverwalter Martin Prager hat die Hoffnungen auf einen Übernahme begraben und will Anlagen und Inventar der pleite gegangenen Firma nun zu Geld machen.

HB MÜNCHEN. „Der letzte verbleibende Bieter ist Ende der Woche abgesprungen. Daher gibt es keine realistische Chance mehr auf einen Gesamtverkauf“, sagte eine Sprecherin Pragers am Freitag. Branchenkreisen zufolge teilte Prager dem Gläubigerausschuss bereits mit, dass er demnächst mit dem Einzelverkauf der Anlagen und Besitzstände der ehemaligen Siemens-Handysparte beginnen werde. Auch die „Süddeutsche Zeitung“ hatte vorab aus ihrer Samstagausgabe berichtet, Prager werde BenQ Mobile abwickeln.

Prager verhandelte bis zuletzt mit einer Reihe von Bietern und Interessenten, die zum Teil in der Öffentlichkeit anonym bleiben wollten. Die namentlich bekannten Bieter waren bereits vor einigen Wochen aus dem Rennen um den Handybauer ausgeschieden. Eine deutsch-amerikanische Investorengruppe um den Manager Hansjörg Beha sowie der Hamburger Laptop-Hersteller Bacoc hatten ihre Angebote zurückgezogen. Die Offerte des US-Elektronikunternehmens Sentex Sensing Technology hatte der Gläubigerausschuss abgeschmettert. Nach dem Rückzieher von Bacoc hatten noch einige andere Firmen Interesse an BenQ Mobile, deren Produktion seit Wochen stillsteht.

BenQ Mobile war Ende September mit 3 000 Mitarbeitern überraschend zusammengebrochen, nachdem der taiwanische Elektrokonzern BenQ der erst ein Jahr zuvor von Siemens übernommenen Tochter den Geldhahn zugedreht hatte. Trotz einer Siemens-Mitgift von gut 400 Millionen Euro und eigenen Investitionen von mehr als 800 Millionen Euro war es den Asiaten nicht gelungen, das verlustträchtige Handygeschäft in die schwarzen Zahlen zu führen.

Die frühere Konzernmutter Siemens war in der Öffentlichkeit nach der Pleite scharf kritisiert worden. Das Unternehmen richtete in der Folge einen Nothilfefonds für die Beschäftigten seiner einstigen Handy-Sparte ein und finanziert zum Großteil die beiden Transfergesellschaften, in denen die Mehrheit der ehemaligen BenQ-Mitarbeiter inzwischen angestellt ist.

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