Acer-Chef im Interview
„Rabatte sind der größte Wertvernichter“

Es sind harte Zeiten für Acer: Die Computer des taiwanischen Herstellers verkaufen sich derzeit schlecht. Im Interview erläutert Europa-Chef Oliver Ahrens, wie Acer auf den schrumpfenden Markt reagieren will.
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Der Rückgang im PC-Markt trifft Acer besonders hart, im vergangenen Quartal hat das Unternehmen 35 Prozent weniger Geräte verkauft als im Vorjahr. Woran liegt das?

Der Rückgang betrifft hauptsächlich die Netbooks. Das Segment ist quasi vom Markt verschwunden und komplett von Tablets ersetzt worden. Hier waren Acer und Asus Marktführer. Der ganze Markt ist um 30 Prozent zurück gegangen.

Diese Statistik ist allerdings ein bisschen altmodisch, weil sie nur den klassischen PC-Markt betrachtet, aber nicht die neuen Touch- Geräte. Acer hat im vergangenen Quartal rund 800.000 Tablets verkauft – da bewegt sich was.

Ist eine Erholung des PC-Marktes abzusehen?

Der Abwärtstrend wird sich abmildern, aber ich erwarte keine baldige Rückkehr in eine Boomphase. Statt eines einzigen Notebooks oder Desktops schaffen die Nutzer mehrere digitale Geräte mit Internetzugang an, hauptsächlich Tablets und Smartphones. Die Verbreitung von PCs in den Haushalten sinkt nicht, aber der Wiederbeschaffungszyklus verlängert sich. Dadurch schrumpft der Markt.

Wie reagieren Sie darauf?

Wir setzen seit geraumer Zeit stärker auf Touch-Geräte. Bei Smartphones und Tablets bieten wir vor allem Android-Geräte an. Bei Windows-Geräten setzen wir auf „Touch & Type“: Wir wollen Computer mit berührungssensitiven Bildschirmen und Tastatur in den Massenmarkt bringen. Dieses Jahr sind bereits 12 Prozent unserer Geräte mit Touch ausgestattet. Das wirkt sich auch positiv auf den Durchschnittspreis aus.

Könnten andere Betriebssysteme wie Chrome helfen, den Marktanteil zu steigern?

Das Betriebssystem hat seine bestimmende Rolle bei der Auswahl eines Gerätes teilweise verloren. Heute sind die Konsumenten offener. Android findet eine sehr breite Akzeptanz, wir stellen daher weitere Android-Produkte auf der IFA vor, auch stationäre Rechner. Wie sich Chrome entwickeln wird, muss man schauen. Das System ist interessant, aber es ist momentan noch sehr stark von einer vernünftigen Internetverbindung abhängig.

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