Acht Milliarden Euro: Panasonic kündigt Monsterminus an

Acht Milliarden Euro
Panasonic kündigt Monsterminus an

Die japanischen Elektronikkonzerne trifft es derzeit richtig hart: Nun hat Panasonic für das laufende Geschäftsjahr einen außergewöhnlich hohen Verlust angekündigt. Und der Konzern ist kein Einzelfall.
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TokioDer japanische Elektronikkonzern Panasonic macht sich auf einen Jahres-Rekordverlust von fast 7,8 Milliarden Euro (780 Milliarden Yen) gefasst. Hohe Kosten für den Konzernumbau brockten dem Unternehmen schon in den Monaten von Oktober bis Dezember einen Quartalsverlust von knapp zwei Milliarden Euro (197,6 Milliarden Yen) ein, wie Panasonic am Freitag nach Börsenschluss in Tokio mitteilte.

Im selben Vierteljahr 2010 schrieb Panasonic noch schwarze Zahlen. Analysten hatten die Lage weniger dramatisch eingeschätzt: Sie waren von einem Minus im Quartal von 8,4 Milliarden Yen ausgegangen und erwarteten einen Fehlbetrag im Gesamtjahr von 470 Milliarden Yen. Panasonic hatte bereits vor einem hohen Verlust gewarnt, war jedoch lediglich von etwa 4,2 Milliarden Euro ausgegangen.

Vor allem das TV-Geschäft droht Japans Elektronikherstellern das Genick zu brechen. Dies zeigte auch Sony gestern mit einer drastischen Gewinnwarnung. Der Reinverlust werde im bis März laufenden Bilanzjahr auf 2,2 Milliarden Euro anschwellen, kündete Sony in seiner Neunmonatsbilanz an. Im November hatte Sony nur einen Reinverlust von 0,9 Milliarden Euro erwartet.

Während Sonys Erzrivale Samsung von Rekord zu Rekord eilt, schreibt die einstige Ikone der Japan AG damit zum vierten Jahr in Folge tiefrote Zahlen. Schuld ist das siechende Flachfernsehergeschäft, das 2011 bis zu 2,3 Milliarden Euro in die Verlustzone sacken soll.

Sony ist kein Einzelfall. Auch bei Japans anderen TV-Riesen erweist sich das einstige Königsprodukt der Nippon AG als Ladenhüter. So stürzte der Aktienkurs von Sharp gestern um 16 Prozent auf den tiefsten Stand seit 31 Jahren. Der Pionier der Flachfernseher-Produktion hatte am Vortag für das laufende Bilanzjahr einen Rekordverlust von 2,9 Milliarden Euro prognostiziert.

Zusätzlich schürte auch Sonys japanischer Erzrivale Panasonic Befürchtungen, dass der Konzern in diesem Bilanzjahr noch mehr als die bereits angekündigten vier Milliarden Euro Verlust anhäufen könnte.

Schon zuvor hatten mehrere Ratingagenturen die Bonität Sonys und Panasonics abgewertet. Fitch stufte Sony im Dezember sogar nur eine Stufe über Schrottstatus ein. Der Druck zeigt Wirkung. Selbst in den Vorstandsetagen scheint das Undenkbare denkbar zu werden - der Ausstieg aus der TV-Produktion, um das eigene Unternehmen vor dem Untergang zu retten.

Kein geringerer als Sonys kommender Konzernchef Kaz Hirai stellte gestern klar, dass er für Sonys Zukunft auch vor "sehr schmerzhaften Schritten" nicht zurückschrecke. "Es wird Situationen geben, in denen wir wählen müssen", sagte Hirai, der im April den Posten des CEO von Verwaltungsratschef Howard Stringer übernehmen wird. Ein klares Bekenntnis zur Fernsehersparte sieht anders aus.

Starker Yen, zu wenig Innovation.

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Radikale Strategiewechsel und Aderlass

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  • kein Wunder! Panasonic hat vor allem im Mobile Bereicht die deutsche Markt nicht verstanden - auch die qualitativ sehr gute Produkte mit veraltetem Technik angeboten! , - veraltete Technik u. dann zu hoche Preise, - das kann doch nicht gut gehen! Schade!

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