Ämtertrennung beim Mediengiganten: Schwere Schlappe für Disney-Chef Eisner

Ämtertrennung beim Mediengiganten
Schwere Schlappe für Disney-Chef Eisner

Die Disney-Aktionäre haben gegen Unternehmenschef Michael Eisner revoltiert. Am Mittwoch verweigerten sie Eisner zu einem großen Teil die Unterstützung. Daraufhin hat das Direktorium des Disney-Konzerns am Mittwoch die Trennung der Ämter von Konzernchef (CEO) und Vorsitzendem (Chairman) beschlossen

HB PHILADELPHIA. Michael Eisner, der bislang in Personalunion beide Posten bekleidete, solle CEO bleiben, teilte das Direktorium mit. Zum Chairman sei einstimmig der frühere US-Senator George Mitchell bestimmt worden. Zuvor hatten die Aktionäre des Disney-Konzerns Eisner auf ihrer turnusgemäßen Hauptversammlung in Philadelphia zu einem großen Teil die Unterstützung verweigert und damit Rufe nach seinem Rücktritt ausgelöst.

Auf der turnusgemäßen Hauptversammlung des Unterhaltungsriesen fielen etwa 43 Prozent aller Stimmen gegen eine Wiederwahl Eisners aus. Seine Kritiker werten die Unternehmensentwicklung der vergangenen zehn Jahre als schwach und machen den Disney-Chef dafür verantwortlich.

Seine schärfsten Gegner, die Ex-Disney-Manager Stanley Gold und Roy Disney - ein Neffe des Firmengründers Walt Disney -, nannten das Abstimmungsergebnis „beispiellos in der amerikanischen Unternehmensgeschichte“ und forderten Eisners Absetzung. Vertreter des größten Pensionsfonds der USA, Calpers, sprachen von einem erstaunlichen Widerstand gegen Eisner und meinten, dieser solle zum Jahresende zurücktreten. Außerdem sollten die Ämter des Konzernchefs und des Vorsitzenden getrennt werden.

Schon vor der Hauptversammlung hatten Investoren und Experten damit gerechnet, dass Disney eine Trennung beider Ämter vornehmen, Eisner aber weiter als Konzernchef agieren lassen könnten. Analysten äußerten sich positiv über eine solchen Lösung. „Es ist eine faire Chance, dass die Rollen von CEO und Chairman getrennt werden“, sagte David Miller von Sanders Morris Harris. Es gab aber auch Stimmen, die angesichts der unerwartet vielen Gegenstimmen für Eisner bezweifelten, dass dies die Aktionäre zufrieden stellen würde.

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