Affäre belastet Geschäft nicht
Wirecard überrascht mit höherem Ergebnisziel

Der Zahlungsverkehrsabwickler Wirecard hat nach einem starken zweiten Quartal sein Geschäftsziel für 2008 angehoben. Der Vorstand rechne nun mit einem Anstieg des operativen Gewinns (Ebit) um 45 bis 60 Prozent, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Grasbrunn bei München mit.

HB MÜNCHEN. Bislang hieß es, das Ergebnis solle um mindestens 45 Prozent zulegen. Wirecard bestätigte zudem, im Zeitraum April bis Juni einen Umsatzsprung von 59 Prozent auf 47,4 Mill. Euro verzeichnet zu haben. Das Ebit stieg um zwei Drittel auf 12,2 Mill. Euro.

Analyst Thorsten Reigber von der DZ Bank sprach von einem positiven Ausblick. Die höheren Ziele seien eine Überraschung. Die Affäre um Wirecard hätte auch Spuren im operativen Geschäft hinterlassen können, schrieb er in einer Kurzstudie.

Wirecard-Aktien waren zuletzt massiv unter Druck geraten, nachdem die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) dem Konzern eine irreführende und falsche Bilanzierung vorgeworfen hatte. Daraus entwickelte sich eine Schlammschlacht, die in mehreren Anzeigen gipfelte. Wirecard erstattete Anzeige wegen Insiderhandels und Kursmanipulation gegen sechs Personen, darunter aktuelle und frühere Vorstände der SdK.

Die Bilanz von 2007 soll von einer der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften erneut unter die Lupe genommen. Die SdK prüft ihrerseits juristische Schritte gegen das Unternehmen. Der Vize der Aktionärsvereinigung, Markus Straub, war nach umstrittenen Geschäften mit Wirecard-Wertpapieren allerdings zurückgetreten.

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