Affäre
Telekom erhält Einblick in Spitzelunterlagen

Die Staatsanwaltschaft hat der Deutschen Telekom einen Großteil der Akten übergeben, der im Zuge der Spitzelaffäre vor etwa einem Jahr beschlagnahmt worden war. Der Konzern kündigt an, die etwa 20 000 Seiten gründlich auswerten zu lassen, die zum Teil aus dem Archiv der Unternehmenssicherheit stammen. Die Auswertung soll KPMG übernehmen.

DÜSSELDORF. Die Deutsche Telekom hat einen Großteil ihrer Akten zurück erhalten, die die Staatsanwaltschaft vor gut einem Jahr im Zuge der Spitzelaffäre beschlagnahmt hat. Dabei geht es um rund 20 000 Seiten Material. Darunter befinden sich auch Unterlagen aus einem Archiv, das Mitarbeiter der Unternehmenssicherheit im Keller der Telekom angelegt hatten.

"Wir werden die uns jetzt zugänglichen Unterlagen im Hinblick auf etwaige weitere Rechtsverstöße und sonstige moralisch zu missbilligende Vorgänge gründlich auswerten", kündigte Telekom-Datenschutzvorstand Manfred Balz an. Der Konzern verspricht sich davon vor allem eine vollständige Aufklärung, wie die eigene Konzernsicherheit gearbeitet hat. Mitarbeiter dort hatten in den Jahren 2005 und 2006 Telefonate von rund 60 Personen ausspioniert; darunter Aufsichtsräte, Manager, Journalisten und Betriebsräte.

Die Telekom geht jedoch davon aus, dass das nun ausgehändigte Material keine relevanten Beweise für die Spitzelaffäre enthält. Der Grund: Zwei in der Affäre Beschuldigte hatten Einspruch dagegen erhoben, dass der Konzern Einblick in die Ermittlungsakten erhält. "Verfahrensrelevante Informationen werden in den Akten deshalb vermutlich nicht drin stehen", sagt ein Telekom - Sprecher.

Die Staatsanwaltschaft hat aber so viel Material beschlagnahmt, dass zahlreiche weitere Skandale ans Licht gekommen sind. So hat das Handelsblatt, dem die Ermittlungsunterlagen der Staatsanwaltschaft vorliegen, erfahren, dass die Telekom in Kroatien bei Personalscreenings sogar die sexuellen Vorlieben von Mitarbeitern sowie deren Kontobewegungen ausgeforscht hat. Mit den Spitzeleien in Deutschland haben diese Vorfälle zwar direkt nichts zu tun. Sie zeigen aber, wie groß das Ausmaß der Schnüffeleien beim Bonner Ex-Monopolisten war.

Seite 1:

Telekom erhält Einblick in Spitzelunterlagen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%