Agfa-Chef: Kein leichter Schritt
Agfa trennt sich von Fotosparte

Der Foto- und Grafikspezialist Agfa Gevaert aus Belgien trennt sich von seiner in Deutschland sitzenden Fotofilmsparte Consumer Imaging. Den mehr als 2 000 Beschäftigten droht nun ein Stellenabbau.

HB MORTSEL. Bei der traditionsreichen Sparte mit mehr als 2 000 Beschäftigten sind nun Stellenstreichungen geplant. Durch Belastungen im Zusammenhang mit dem Verkauf rutschte das Ergebnis des Konzerns im ersten Halbjahr unter dem Strich deutlich in die Verlustzone. „Diese Abspaltung wird es Agfa ermöglichen, sich auf seine Kernwachstumsmärkte Graphic Systems und HealthCare zu konzentrieren, die sich schnell zum Digitalen hin wandeln“, sagte Agfa-Gevaert-Chef Ludo Verhoeven am Donnerstag zur Begründung des Schrittes. Die Sparte, die unter anderem Filme, Fotopapiere und Fotochemikalien herstellt und unter dem starken Wettbewerb der Digitalfotografie leidet, soll nun für 175,5 Millionen Euro an das Management der Einheit gehen. Es soll künftig den Namen AgfaPhoto tragen und auch den Markennamen Agfa verwenden können. In Deutschland wechseln damit rund die Hälfte der Agfa-Mitarbeiter zu der neuen Gesellschaft.

Die Geschichte von Agfa reicht bis in das Jahr 1867 zurück. Bereits um die Jahrhundertwende kam die erste Kamera auf den Markt, schon 1903 wurden erste Filme herausgebracht. Verhoeven sagte, die Entscheidung zum Verkauf sei nicht leicht gewesen. Mit dem Verkauf sei Agfa aber künftig besser aufgestellt. „Wir werden nun in der Lage sein, schneller voranzuschreiten bei der Stärkung unserer Position als ein führender Mitspieler in den Bildmärkten der Zukunft.“

Der Verkauf der Sparte führt nach Agfa-Angaben zu einem Buchverlust von 430 Millionen Euro, der vollständig in der Halbjahresbilanz untergebracht worden sei. Unter dem Strich verzeichnete Agfa im Halbjahr einen Verlust von 235 Millionen Euro. Ohne den Verkauf hätte der Konzern 56 Millionen Euro Überschuss erzielt. Analysten hatten 60,4 Millionen erwartet.

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