AHL dementiert Verkauf deutscher Tochter an Finanzinvestor
Cinestar nähert sich wieder schwarzen Zahlen

Die angeschlagene größte deutsche Kinokette Cinestar kommt ihrem Ziel, wieder schwarze Zahlen zu schreiben, näher. 2003 hatte der australische Freizeitkonzern AHL die Kinos komplett übernommen. Vorangegangen war eine Liquiditätskrise nach dem Kauf der insolventen Ufa-Kette.

DÜSSELDORF. In seinem Halbjahresbericht meldet AHL für den Gesamtkonzern ein um 33 Prozent gesteigertes Ergebnis. Zu der Verbesserung habe die Lübecker Tochter Greater Union Filmpalast wesentlich beigetragen, die im Vergleichszeitraum des Vorjahrs hohe Abschreibungen verursacht hatte. Wegen des starken Filmangebots seien die Besucherzahlen um 7,5 Prozent gestiegen. Auf der Kostenseite greifen offenbar die Maßnahmen, die das Management um die ehemaligen Miteigentümer und jetztigen Geschäftsführer, die Geschwister Marlis und Heiner Kieft, durchgesetzt hat. Vor allem sind dies erhebliche Mietsenkungen für die meisten der 79 Kino-Standorte, die das Unternehmen von den Vermieter verlangt hatte. Zudem hat sich das Unternehmen von einigen Kinos der Ufa-Kette getrennt und betreibt die übrigen jetzt ebenfalls unter dem Namen „Cinestar“.

Unternehmenssprecher Jan Oesterlin widersprach gegenüber dem Handelsblatt erneut Gerüchten, die börsennotierte AHL wolle seine deutsche Tochter an einen Finanzinvestor verkaufen. Die ehemaligen Ufa-Kinos sollten im Geschäftjahr 2005/06 erstmals Gewinne schreiben. Für das gesamte Unternehmen wollte er für diese Marke keinen Zeitpunkt nennen. Die Sanierungsmaßnahmen seien jedoch jetzt abgeschlossen. AHL-Manager David Seargeant warnte in Sydney, im kommenden Halbjahr könne sich das Ergebnis wieder eintrüben, weil schwächere Filme anstünden.

An der Börse in Sydney notierte die AHL-Aktie nach Bekanntgabe des Ergebnisses etwas leichter. Die CSFB-Analysten in Australien stuften die Aktie wegen des guten Halbjahres dennoch von Underperform auf Neutral hoch. Es sei jedoch fraglich, ob auch das laufende Halbjahr zufriedenstellend verlaufen werde. Die schlechte Filmversorgung könne das Ergebnis des Konzerns, der in Australien auch Hotels und einen Freizeitpark betreibt, eintrüben. In Deutschland zeige sich bereits, dass weniger Besucher in die Kinos kämen. Der Besucherzuwachs 2004 sei vor allem auf lokale, also deutsche Filme zurückzuführen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%