Airbnb und die Voyeure

Der Spion in meinem Bett

Airbnb hat ein Voyeur-Problem: Versteckte Kameras zeichnen schon mal auf, was Übernachtungsgäste gerne für sich behalten würden. Aber die Gesetze sind schwammig. Jetzt zieht eine Deutsche in Kalifornien vor Gericht.
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Dass Gäste per Kamera überwacht werden, ist bei Airbnb kein Einzelfall.
Unter Beobachtung

Dass Gäste per Kamera überwacht werden, ist bei Airbnb kein Einzelfall.

San FranciscoSo hatte Yvonne S. sich das nicht vorgestellt. Die Deutsche war 2013 Gast in einer über Airbnb vermittelten Wohnung im kalifornischen Irvine, als ihr Partner eine überraschende Entdeckung machte. Versteckt in einem Bücherregal hinter Kerzen zeichnete eine Webkamera anscheinend auf, was sie am Tage und in der Nacht so alles machten und besprachen. Geschockt verließen sie vorzeitig die Wohnung. Jetzt haben sie Klage gegen die Wohnungsbesitzer und die Online-Plattform aus San Francisco eingereicht.

Der Aufstieg von Web-Plattformen wie Homeaway oder Airbnb zusammen mit dem Internet der Dinge ergibt eine höchst brisante Mischung. Immer mehr Menschen wollen einen schnellen Euro oder Dollar machen, indem sie ihre Wohnung untervermieten. Gleichzeitig trauen sie aber niemandem über den Weg. Die scheinbare Lösung des Problems kommt von Firmen wie zum Beispiel Google: Permanente Totalüberwachung.

Dropcam, ein Start-up, das die Google-Tochter Nest für eine halbe Milliarde Dollar gekauft hat, bietet die perfekte Spitzellösung. Eine preiswerte Webcam für unter 200 Euro mit einem Bewegungssensor hält alles fest, was in ihrer Umgebung passiert und sendet Wort und Bild per Wlan an jeden Ort der Welt. Die Homepage der mittlerweile Nestcam genannten Kamera verspricht „Live-Streaming 24 Stunden pro Tag, sieben Tage die Woche, verbesserte Nachtsichteigenschaften und Bewegungsmelder.“ Damit biete Nestcam „einem Blick auf alles, was zählt. Von überall her“.

Genau das fürchtet auch Yvonne S.: In der Klage, über die „The Recorder“ zuerst berichtete, gibt sie an, es seien „persönliche und intime Konversationen“ zwischen ihr und ihrem Partner aufgezeichnet worden. Nachts habe sie unbekleidet geschlafen und sei auch so durch die Wohnung gegangen und fühle sich zutiefst „gedemütigt“ und habe Angst, Aufnahmen von ihr könnten irgendwann im Internet landen. Ihr Partner gibt an, die Kamera habe sich zudem bewegt, was nahelege, sie sei von jemandem ferngesteuert gewesen.

Gedacht als Sicherheits-Tool, um Haus oder Wohnung während einer Abwesenheit zu beobachten und Einbrecher zu stellen, haben sich Geräte wie Nestcam wohl zum Liebling paranoid-misstrauischer „Gastgeber“ von Wohnraum-Vermittlern wie Airbnb entwickelt. Denn die Klage des deutschen Bespitzelungsopfers ist nicht der erste Fall. Im Januar berichtete der „Observer“ von einem Airbnb-Kunden, der auf der Diskussionsplattform Reddit Fotos einer sorgsam versteckten Webcam aus einem Mietobjekt zeigte. Schon damals sprach Airbnb davon, man habe „Null Toleranz“ in solchen Dingen.

Das mit 25 Milliarden Dollar bewertete Start-up nimmt die Sache sehr ernst. Es verpflichtet seine „Gastgeber“, sich genau mit den lokalen Gesetzen vertraut zu machen, bevor Überwachungstechnik eingesetzt wird. Gegenüber „Mashable“ äußerte sich ein Sprecher so: „Wir können uns zum aktuellen Fall nicht äußern. Wir erwarten aber, dass die Privatsphäre unserer Gäste respektiert wird. Alle Überwachungsmaßnahmen im und um ein Objekt müssen angezeigt werden, um notfalls eine Genehmigung einzuholen.“ Aber können die Vermittler solche Vorfälle überhaupt verhindern?

Die wertvollsten Start-ups der Welt
Platz 10: Dropbox
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Der in San Francisco ansässige Anbieter von Web-Speicher zählt bereits mehr als 400 Millionen private Nutzer und wird zurzeit von 500 Unternehmen verwendet. Nach eigenen Angaben des Cloud-Unternehmens werden alle 24 Stunden 1,2 Milliarden Dateien in der Dropbox gespeichert. Seit der Gründung 2007 hat das Startup 0,6 Milliarden Dollar von Investoren wie Black Rock oder Goldman Sachs erhalten. Heute ist ihr Investment geschätzte zehn Milliarden Dollar wert. Damit liegt Dropbox auf Platz zehn im aktuellen Ranking des Wall Street Journal.

Platz 9: Pinterest
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Das soziale Bildernetzwerk bietet Nutzern die Möglichkeit, Fotos auf virtuellen Pinnwänden zu teilen, liken oder kommentieren. Das 2010 in San Francisco gegründete Startup verfügt heute über weitere Unternehmenssitze in New York, Chicago, Los Angeles, Atlanta, London, Paris, Berlin, Tokyo und Sao Paulo mit insgesamt über 500 Mitarbeitern. Der Unternehmenswert beläuft sich auf satte elf Milliarden Dollar, 1,3 Milliarden haben fremde Kapitalgeber bis heute in das Netzwerk investiert. Platz neun für das von drei Studenten gegründete Start-up.

Platz 8: SpaceX
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Das Raumfahrt-Startup von Tesla-Gründer Elon Musk hat bereits fünf Trägerraketen ins All befördert. Gegründet wurde Space Exploration Technologies, wie das Unternehmen vollständig heißt, bereits 2002, und hat sich seitdem mehrfach Geld bei Investoren geholt, insgesamt 1,1 Milliarden Dollar. Die Bewertung ist mit 12 Milliarden Dollar üppig.

Platz 7: Didi Kuaidi
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Auch die chinesische Taxi-App Didi Kuaidi ist für Kapitalgeber interessant: so flossen bereits 3 Milliarden Dollar in das Startup von Cheng Wei. Fahrdienstanbieter wie Uber oder Didi Kuaidi erfreuen sich in China immer größerer Beliebtheit. Davon profitiert der nun 15 Milliarden Euro schwere Dienstleister und landet auf Platz sieben im Ranking der Venture-Kapital-Firmen.

Platz 6: Flipkart
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Der virtuelle Marktplatz flipkart wurde 2007 von den Absolventen des Indian Institute of Technology Delhi, Sachin und Binny Bansal, gegründet. Seitdem haben verschiedene indische Investoren 3 Milliarden Dollar in das E-Commerce-Startup investiert, das mittlerweile fünf Mal so viel wert ist (15 Milliarden Dollar).

Platz 5: Snapchat
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Das erst 2011 in Los Angeles gegründete Startup Snapchat mit einem Wert von 16 Milliarden Dollar zählt heute zu den wertvollsten, nicht börsennotierten Unternehmen der Welt. Insgesamt 1,2 Milliarden Dollar haben US-amerikanische Kapitalgeber bereits in den Instant-Messaging-Dienst investiert. Die App, die sowohl für Smartphones als auch Tablets verfügbar ist, macht den Versand von Fotos an Freunde möglich. Das Revolutionäre: die Dateien sind nur wenige Sekunden sichtbar und zerstören sich dann selbst. Die Wiederherstellung ist allerdings innerhalb der Ordnerstruktur des eigenen Geräts möglich. Dieser kleine Umweg scheint den besonderen Reiz für Nutzer auszumachen.

Platz 4: Palantir
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Auch das vor einigen Jahren noch wenig bekannte Startup-Unternehmen Palantir Technologies aus Palo Alto im Silicon Valley schafft es in die Top Fünf des Rankings. 1,5 Milliarden Dollar investierten Kapitalgeber in den 20 Milliarden schweren Entwickler von Software, der in der Lage ist, Informationen aus verschiedensten Quellen miteinander zu verknüpfen und auszuwerten. Das weiß man nicht nur bei Hedgefonds gewinnbringend zu nutzen, um Markttrends herauszufiltern. Auch die US-Regierung nutzt eine Variante des Systems zum Jagen nach Terroristen, wobei Banküberweisungen, Einkäufe, Berichte von Fahndern und öffentliche Quellen wie das Internet, Facebook und Twitter zusammengeführt werden.

Der Wunsch nach Überwachung ist in gewisser Weise nachvollziehbar. Oft sind private Gegenstände oder Wertsachen im Haus, vielleicht teure Gemälde an der Wand. Immer wieder machen zudem Horrorgeschichten die Runde, in denen Airbnb-Wohnungen für ein paar Wochen als „Pop-up-Bordell“ betrieben werden oder Hausbesitzer ihren Lebenstraum als Kulisse eines Pornofilms im Internet wiederfinden. Wird dann gegen den Mieter ermittelt, stellt sich heraus, dass seine Facebook-Seite zur „Beglaubigung“ ein Fake ist. Nicht zuletzt brennt immer mal wieder die Frage auf, ob nach Auszug eines „Gastes“ irgendetwas fehlt oder beschädigt ist oder der „Gastgeber“ nur angebliche Mängel vorschiebt, um die Kaution einbehalten zu können.

Ernste Belastung für Airbnb
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3 Kommentare zu "Airbnb und die Voyeure: Der Spion in meinem Bett"

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  • Man hört, daß jetzt auch Barbi zusätzlich zum WLan mit einer Kamera geliefert
    werden kann. Die Puppe soll in den Größen ab 1,5 Meter bestellt werden können.

  • Das kommt davon, dass Männer keinen Hut mehr tragen. Den könnte man immerhin über das webcam stülpen und hätte dann seine Ruhe.

  • Eine schöne Idee wäre doch auch,sich als Gast in einer Ferienwohnung,den Urlaub vom Vermieter zahlen zu lassen,indem man seine eigene Webcam mitbringt und den Vermieter mit diesem "Beweisstück" verklagt.Das würde auch den Hotels wieder eine faire Zukunft sichern,denn die saftigen Schmerzensgelder,die verhängt würden,für die Überwachung der Gäste,würden es dem Vermieter schon vergellen,mit seiner Miet-oder Eigentumswohnung einen horrenden Profit zu machen.

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