Aixtron-Übernahme
Obama legt sein Veto ein

Obama blockiert die Übernahme von Aixtron durch einen chinesischen Investor. In einem wichtigen Punkt weicht der US-Präsident aber von der Empfehlung seiner Behörde ab. Was das für den Deal bedeutet, ist noch unklar,
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DüsseldorfEs waren nervenaufreibende Tage für das Management des Spezialmaschinenbauers Aixtron aus der Nähe von Aachen: Vor zwei Wochen hatte die US-Behörde für Auslandsinvestitionen (CFIUS) Präsident Barack Obama empfohlen, die Übernahme des angeschlagenen Chipanlagenbauers durch den chinesischen Investor FGC wegen Sicherheitsbedenken abzulehnen. Damit wäre der Deal so gut wie geplatzt, schließlich sind die USA einer der wichtigsten Märkte für Aixtron.

In der Nacht zu Samstag folgte der scheidende US-Präsident der Empfehlung seiner Behörde – bis auf ein wichtiges Detail. Er blockierte die Transaktion nicht komplett, sondern bezog sich lediglich auf das US-Geschäft. Was das für Aixtron und die geplante Übernahme nun bedeutet, war am Samstagvormittag noch völlig unklar. Der Spezialmaschinenbauer gab am Samstag bekannt, die Verfügung Obamas untersage nicht den Erwerb von Aixtron-Aktien durch den chinesischen Investor. Die Bieterin und Aixtron untersuchten derzeit mit Blick auf das Übernahmeangebot die Auswirkungen der Verfügung des US-Präsidenten. Aixtron werde sich dabei mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht abstimmen. „Der laufende Übernahmeprozess steht nach wie vor unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen“, so ein Sprecher des Unternehmens.

Die Bundesregierung wollte das Verfahren nicht kommentieren. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte auf Handelsblatt-Anfrage am Samstag: „Unsere ergebnisoffene Prüfung läuft noch.“

Doch zu welcher Entscheidung die Juristen auch kommen mögen: Leicht wird es für Aixtron nicht werden, die Übernahme ohne größere Blessuren durchzusetzen. Fujian Grand Chip Investment (FGC), bietet sechs Euro je Aktie – 676 Millionen Euro insgesamt – für den 1983 aus der Aachener Hochschule RWTH hervorgegangenen Chipanlagenbauer. Inzwischen haben die Aktionäre rund 77 Prozent der Anteile FGC angedient. Doch neben der US-Behörde hatte zuvor bereits das Bundeswirtschaftsministerium seine Unbedenklichkeitserklärung wegen Sicherheitsbedenken einkassiert. Der US-Geheimdienst soll das Ministerium auf die Möglichkeiten der militärischen Nutzung der Aixtron-Chips hingewiesen haben. Eine Entscheidung in Berlin steht noch aus, die Prüfung kann sich über Monate hinziehen.

Im Falle des Scheiterns droht der Firma aus Nordrhein-Westfalen mit ihren noch 700 Mitarbeitern nach Einschätzung aus Firmenkreisen ein kräftiger Umbau und die Trennung von Technologiebereichen. „Die Firma würde deutlich kleiner“, hieß es. Zwar gibt es die Hoffnung auf eine Belebung wichtiger Märkte, doch Aixtron hat ohne einen Investor nicht das finanzielle Durchhaltevermögen, noch monatelang darauf zu warten.

Auf den Aixtron-Maschinen werden Chips produziert, die zivil zur Herstellung von Leuchtdioden genutzt werden, aber auch für militärische Zwecke geeignet sind, etwa in Systemen, die Raketen und Satelliten steuern. Gleichwohl wurden in den vergangenen Jahrzehnten die Exportlizenzen für die Anlagen erteilt, wie Vorstandschef Martin Goetzeler zuletzt betonte. Er hatte sich monatelang nach einem finanzkräftigen Käufer umgesehen, da der seit Jahren defizitären Aixtron die Mittel für Forschung und Entwicklung sowie eine Auslandsexpansion fehlen. Mit FGC glaubte Goetzeler den richtigen Partner gefunden zu haben, der ihm zudem den Zutritt zum chinesischen Markt ermöglichen könnte.

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