Akku-Rückrufaktionen
Computerbranche kämpft um ihren Ruf

Die schlechten Nachrichten aus der Computerbranche reißen nicht ab. Immer mehr Hersteller müssen ihre Laptop-Akkus zurückrufen. Inzwischen ist auch der Ruf der Branche in Gefahr. Gleiches gilt für den Akku-Lieferanten Sony, der solche Probleme zukünftig durch besseres Qualitätsmanagement vermeiden will.

TOKIO / MÜNCHEN. Am gestrigen Dienstag kündigte der Elektronikkonzern Toshiba an, 340 000 Laptop-Akkus zurückzurufen. Bei den von Sony hergestellten, aufladbaren Batterien könne es zu Problemen mit der Stromversorgung kommen, begründete das japanische Unternehmen den Schritt.

Toshiba ist der vorerst letzte einer ganzen Reihe von Fällen, in denen Computerbauer die Batterien tragbarer Rechner in den vergangenen Wochen zurückrufen mussten. Am schlimmsten hat es dabei den US-Konzern Dell erwischt, der mehr als vier Millionen Akkus austauschen muss. Darüber hinaus sind aber Apple mit 1,8 Millionen Geräten und Matsushita Electric betroffen.

Die Rückrufaktionen drohen inzwischen, den Ruf der Branche zu beschädigen. Denn für die Nutzer ist der Austausch ärgerlich. Es braucht einige Zeit, um überhaupt herauszufinden, welche Geräte schadhaft sind. Dann müssen sich die Käufer an den Hersteller wenden und warten, bis der Ersatz-Akku eintrifft. Die alte Batterie sollen sie derweil nicht mehr nutzen, was die Einsatzmöglichkeiten der mobilen Rechner erheblich einschränkt.

Kein Wunder, dass die Hersteller alles daran setzen, um solche Vorfälle künftig zu vermeiden. Aber sie schaden sie nicht nur dem Image, sie können auch sehr teuer werden. Fujitsu Siemens Computers (FSC), Europas größter PC-Produzent, droht den Lieferanten eine harte Gangart an, wenn die Qualitätsstandards nicht eingehalten werden. „Im Zweifel ergreifen wir auch Konsequenzen, in dem wir einen Zulieferer ausschließen“, sagt Hans-Georg Riegler-Rittner, der für das Qualitätsmanagement des Münchener Unternehmen zuständig ist. Zudem arbeite FSC beim Design und der Entwicklung der verwendeten Akku-Ladeschaltungen mit den Herstellern zusammen, um Fehler auszuschließen.

Dell besteht bei seinen Lieferanten darauf, dass sie unabhängigen Sicherheits-Agenturen zulassen. Diese sollen sicherstellen, dass die Batterien von Experten außerhalb des betroffenen Unternehmens getestet werden.

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