Aktie bricht ein
Dell muss abermals Gewinneinbruch verkraften

Der US-Computerbauer Dell hat auch im dritten Geschäftsquartal (Ende Oktober) unter der Wirtschaftsflaute und hauseigenen Fehlern gelitten. Belastend wirkte sich vor allem der laufende Konzernumbau aus. Die Aktie brach in einer ersten nachbörslichen Reaktion deutlich ein. Dabei hatte Dell auch Positives zu vermelden.
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HB ROUND ROCK. Der Gewinn brach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als die Hälfte auf unterm Strich 337 Mio. Dollar ein, wie Dell am Donnerstag nach US-Börsenschluss am Sitz im texanischen Round Rock mitteilte. Ein guter Teil des Rückgangs war den Kosten für den laufenden Konzernumbau geschuldet. Der Umsatz lag mit 12,9 Mrd. Dollar um 15 Prozent unter Vorjahr.

Analysten zeigten sich enttäuscht, nachbörslich rutschte die Aktie rund sieben Prozent in den Keller. Die Börsianer ließen sich auch nicht dadurch besänftigen, dass Dell eine fortschreitende Erholung ausmacht. Zuletzt sei insbesondere das Geschäft mit den wichtigen Firmenkunden wieder besser gelaufen, ließ der Konzern wissen. Andere Computerhersteller hatten sich aber deutlich rascher von der Wirtschaftsflaute erholt.

Dell hofft nun auf das wichtige Weihnachtsgeschäft. Im Schlussquartal soll das Geschäft gegenüber dem Vorquartal anziehen. Konzernchef und Firmengründer Michael Dell setzt dabei insbesondere auf das neue Windows 7, das sich derzeit glänzend verkauft. Viele Unternehmen hatten bei der Neuanschaffung von Hardware auf das Betriebssystem gewartet.

Einstieg auf den Smartphone-Markt

Am vergangenen Freitag hatte Dell hat seine Pläne für den Einstieg in den Smartphone-Markt bestätigt. Das "Mini 3" mit dem Google-Betriebssystem Android werde zunächst in Brasilien über den Mobilfunkbetreiber Claro und in China über China Mobile angeboten, teilte das Unternehmen damals mit.

Details zu dem Smartphone sollen veröffentlicht werden, wenn das Gerät in die Läden kommt. Das werde Ende November in China und Ende des Jahres in Brasilien der Fall sein, hieß es. Seit Monaten wird in Zeitungen und Internet über den Einstieg von Dell in den Smartphone-Markt diskutiert. Zuletzt hieß es im "Wall Street Journal", der Computerhersteller wolle Anfang 2010 ein Android-Handy auch auf den US-Markt bringen. Geplanter Mobilfunk-Partner sei AT & T.

Der einst weltgrößte PC-Hersteller, hat mit der aktuellen Entwicklung der Branche zu kämpfen. In der Wirtschaftskrise bestellen die Unternehmen deutlich weniger Computer - und die Verbraucher greifen verstärkt zu günstigeren Mini-Notebooks, was die Gewinne der PC-Bauer drückt. Deshalb versuchen die Produzenten, ihr Geschäft auszuweiten.

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