Aktie fällt trotz gutem Zwischenergebnis
Börsianer schelten Ebay fürs Schröpfen der Kunden

Das Online-Auktionshaus Ebay hat im zweiten Quartal seinen Gewinn gegenüber dem Vorjahr kräftig um 50 Prozent gesteigert. Der Umsatz legte um 30 Prozent zu. Dennoch sind die Anleger unzufrieden.

dpa-afx SAN JOSE. Der Konzern profitierte von einem gestärkten Stammgeschäft sowie hohen Zuwachsraten bei seinem Zahlungssystem Paypal, der Internettelefon-Firma Skype und anderen neueren Geschäftsbereichen. Allerdings ging die Zahl der auf der Seite gelisteten Produkte zurück - vor allem bei Einzelverkäufern. Für das Gesamtjahr zeigte sich der Konzern optimistischer als bisher.

Unter dem Strich verdiente Ebay im zweiten Jahresviertel 376 (VJ: 250) Mill. Dollar oder 27 (17) Cent je Aktie, wie der Konzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz verbesserte sich um 30 Prozent auf 1,83 Mrd. Dollar - das Ausland lieferte einen Anteil von 51 Prozent. Ohne Sonderbelastungen lag der Gewinn bei 471 Mill. Dollar oder 34 Cent je Aktie und damit über den Marktschätzungen, die im Schnitt bei 32 Cent je Aktie gelegen hatten. Auch der Umsatz übertraf die Erwartungen, hier hatten die Experten mit 1,78 Mrd. Dollar gerechnet.

Trotz des starken Wachstums im zweiten Quartal sackte die Ebay-Aktie nachbörslich ab. Analysten zeigten sich besorgt über die Ebay-Strategie, aus jeder einzelnen Transaktion immer mehr Geld herausholen zu wollen. "Das kann nach hinten losgehen", sagte ein Analyst. Es werde ein Zeitpunkt kommen, an dem die Endkunden es satt hätten, ausgenommen zu werden.

Ebay-Kunden hatten am Ende der Berichtszeit 559 Mill. Produkte gelistet oder sechs Prozent weniger als vor einem Jahr. Das Bruttoverkaufsvolumen erreichte jedoch 14,5 Mrd. Dollar oder zwölf Prozent mehr als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Die Paypal-Einnahmen legten um 34 Prozent auf 454 Mill. Dollar zu. Skype verdoppelte den Umsatz auf 90 (44) Mill. Dollar und hatte 220 (113) Mill. registrierte Nutzer. Der Konzern kaufte im vergangenen Quartal für 344 Dollar insgesamt zehn Mill. Aktien zurück - bis Januar 2009 will der Konzern für insgesamt zwei Mrd. Dollar Aktien zurückgekauft haben.

Konzernchefin Meg Whitman sprach von einem sehr guten Quartal. Für das Gesamtjahr peilt Ebay nun bereinigt um Sonderposten einen Gewinn je Aktie von 1,34 bis 1,38 Dollar je Aktie an. Bislang hatte der Konzern 1,30 bis 1,34 Dollar angekündigt. Auch beim Umsatz zeigte sich Ebay zuversichtlicher: Er soll zwischen 7,3 und 7,45 Mrd. Dollar liegen. Damit wurde die Untergrenze der Prognose um 100 Mill. Dollar angehoben. Auch in Zukunft werde das Umsatzwachstum die Zuwächse bei den Listings übertreffen, sagte der Vorstand während einer Telefonkonferenz.

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