Aktie gibt deutlich nach
Vodafone muss zweistellige Milliardensumme abschreiben

dpa-afx LONDON. Der weltgrößte Mobilfunkkonzern Vodafone muss vor allem wegen der deutschen Tochter bis zu 28 Mrd. Pfund abschreiben. Zudem wurden wegen des zunehmenden Wettbewerbs und dem Preisdruck seitens der Behörden die Prognosen für den Umsatz und die operative Marge im kommenden Geschäftsjahr 2006/07 (März) gesenkt. Der Wert der Beteiligungen in Deutschland, Italien und Japan müsse zwischen 23 Mrd. und 28 Mrd. Pfund (rund 41 Mrd Euro) gesenkt werden, teilte der Konzern am Montag in London mit.

Wegen des weiter zunehmenden Wettbewerbs und dem Druck der Regulierungsbehörden auf die Preise, rechnet der Konzern jetzt im Ende März auslaufenden Geschäftsjahr 2006/07 mit einem Umsatzplus zwischen fünf und 6,5 Prozent. Bislang hatte Vodafone einen Anstieg leicht unter dem für das laufende Geschäftsjahr angepeilten Wert von sechs bis neun Prozent in Aussicht gestellt. Der Aktienkurs des Unternehmens sank im frühen Handel um rund fünf Prozent auf 110,75 Pence und fiel damit auf den tiefsten Stand seit Frühjahr 2003.

Auch bei der operativen Marge ist Vodafone jetzt vorsichtiger. Bei der Marge auf Basis des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rechnet jetzt Vodafone in allen Regionen bis auf Japan mit einem Rückgang um ein Prozent. Hier hatte Vodafone bisher einen leichten Rückgang in Aussicht gestellt. Weitere Kostensenkungen könnten den Preisdruck und den Aufwand für die Neukundengewinnung nicht ausgleichen.

Für Japan bestätigte der Konzern die bisherige Prognose einer Ebitda-Marge zwischen 17 und 19 Prozent. Auch die anderen im Januar getätigten Aussagen zum Geschäftsverlauf im kommenden Jahr haben den Angaben zufolge weiter Bestand. Der bereinigte Gewinn je Aktie werde im Rahmen der Analystenerwartungen ausfallen.

Der Großteil der angekündigten Abschreibung gehe auf die Tochter Vodafone Germany zurück. Vodafone hatte den deutschen Mobilfunkanbieter D2 im Frühjahr nach einer Monate langen Übernahmeschlacht für rund 200 Mrd. Euro von Mannesman erworben. Die im Zusammenhang mit der Übernahme gezahlten Prämien an ehemalige Mannesmann-Vorstände führten zu einem Prozess, bei dem unter anderem Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann als früherer Aufsichtsrat des Unternehmens angeklagt ist.

Zum 30. September waren alle Vodafone-Töchter in der Bilanz mit einem Wert von 81,5 Mrd. Pfund angesetzt. Damit müssen bis zu 34 Prozent des bisher angesetzten Wertes abgeschrieben werden. Die Tochter in Deutschland war mit 35,5 Mrd. Pfund (rund 52 Mrd Euro) die am höchsten bewertete Beteiligung. Den Wert der italienischen Tochter bezifferte Vodafone bisher auf 19,7 Mrd. Pfund.

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