Aktie gibt nach
CE Consumer hofft auf Marktbelebung

Der defizitäre Münchner Chiphändler CE Consumer Electronic holt den Chef seiner US-Tochter in die Konzernspitze, um aus der Krise zu kommen. Der neue Vorstand sieht erste Anzeichen einer Marktbelebung. Diese könnte ihm den Einstand erleichtern, denn das laufende Jahr wird CE Consumer mit einem Verlust beenden.

HB MÜNCHEN. „Der Markt bleibt hart, aber wir erwarten im ersten Quartal 2004 eine verstärkte Ordertätigkeit“, sagte der neue Vorstand Christopher DeNisco am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters in München. „Es mehren sich die Zeichen für eine Marktbelebung in der Chipbranche“, gab sich der bisherige Chef der US-Tochter SND optimistisch. Trotzdem werde das operative Ergebnis (Ebitda) 2003 noch negativ ausfallen, weil der Preisdruck in der Branche anhalte.

Der Aufsichtsrat hatte DeNisco nach monatelanger Nachfolgesuche für den bisherigen Firmenchef Peter Bohn in den Vorstand berufen, wo er das operative Geschäft verantworten soll. Zum neuen Vorstandssprecher wurde der bisherige Finanzvorstand Friedrich Rettenberger berufen. „Ich will das Unternehmen wieder auf Kurs bringen“, sagte DeNisco. Bohn war im August überraschend abgetreten, nachdem er erst im Juli 2002 die Leitung vom langjährigen Vorstandschef Erich Lejeune übernommen hatte.

Die im SDax notierte CE-Aktien verloren bis zum Mittag mehr als vier Prozent auf 2,50 Euro.

DeNisco kündigte an, er wolle den Konzern umbauen und könne einen Arbeitsplatzabbau nicht ausschließen. „Wir wollen (die US-Tochter) SND und den Rest besser verzahnen und da könnte es zu einem Arbeitsplatzabbau kommen“, sagte der Vorstand, der auch die wichtigste Sparte Segment Trading verantwortet. Er wolle das Brokergeschäft komplett neu organisieren und den Vertrieb straffen.

Der Chiphändler leidet seit längerem unter dem Preisdruck auf dem Chipmarkt und der Krise der Halbleiterindustrie. Chiphändler verdienen dann gut, wenn Chips knapp und Aufträge kurzfristig ausgeführt werden müssen, was in den letzten zwei Jahren nicht der Fall war. Im dritten Quartal geriet die ehemals am Neuen Markt notierte Gesellschaft deutlich tiefer in die roten Zahlen: Von Zinsen und Steuern verbuchten die Münchner einen Verlust von 3,02 Millionen Euro nach 1,44 Millionen Euro im Vorjahr. Beim Umsatz konnte CE allerdings einen Anstieg auf 82,6 (69,7) Millionen Euro vermelden.

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