Aktie mit Kurssprung
Playboy-Verlag stellt sich zum Verkauf

Das bekannteste Männermagazin der Welt sucht angesichts millionenschwerer Verluste und einbrechenden Auflagenzahlen nach einem Käufer. Der Playboy leidet schwer unter der Medienkrise in den USA. Die Anleger reagierten erfreut.
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NEW YORK. Das US-Medienhaus Playboy Enterprises führe Gespräche mit dem ehemaligen Vorstand des Unternehmens, Jim Griffiths, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Er wolle Playboy zusammen mit der Private-Equity-Firma Golden Gate Capital für rund 300 Mio. Dollar übernehmen. Außerdem führe das für sein Häschenlogo bekannte Medienunternehmen separate Gespräche mit dem New Yorker Rechtevermarkter Iconix Brand, zu dem unter anderem die Kleidermarken Ed Hardy und Danskin gehören. Iconix würde die Lizenzen für Playboy übernehmen und sich für das Magazin einen Verlagspartner suchen, hieß es.

Das 1953 von Hugh Heffner gegründete Männermagazin expandierte über Jahrzehnte hinweg in viele Teile der Welt. Das Heft mit den spärlich bekleideten Frauen auf der Titelseite wird heute in über 150 Ländern herausgegeben. Zum Unternehmen gehören außerdem eine Fernseh-Produktion sowie ein Lizenzgeschäft rund um das Playboy-Logo, das zu den 20 bekanntesten Marken der Welt gehört.

Doch das Unternehmen mit Sitz in Chicago wurde hart von der Krise getroffen. Auflage und Anzeigenerlöse sind in den vergangenen Monaten stark eingebrochen. In den ersten neuen Monaten des Jahres nahm Playboy 33 Prozent weniger durch den Verkauf von Anzeigen ein. Das ist mehr als der Branchendurchschnitt, der bei 20 Prozent liegt. Allein in diesem Jahr hat das Unternehmen rund 20 Mio. Dollar verloren. Um Kosten zu sparen legte der seit Juni amtierende Playboy-Chef die Juli- und die Augustausgabe zusammengelegt, und schloss das das New Yorker Büro. Die US-Auflage, derzeit über zwei Millionen Hefte pro Monat, soll ab 2010 heruntergefahren werden.

Das Unternehmen wollte sich zu dem möglichen Verkauf nicht äußern. Die Spekulationen haben jedoch die Playboy-Aktien in New York und in Frankfurt in die Höhe schießen lassen. In New York legte das Papier am Freitag um zwölf Prozent zu und kostete 4,55 Dollar - so viel wie seit über einem Jahr nicht mehr. In Frankfurt stieg der Kurs sogar um über 40 Prozent.

Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

Kommentare zu " Aktie mit Kurssprung: Playboy-Verlag stellt sich zum Verkauf"

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  • Das ist echt traurig, dass die Krise den Playboy jetzt auch in die Kniee zwingt

  • Das ist echt traurig, dass Hugh dies aufgeben muss. Vermutlich laufen ihm dann auch bald seine bunnys weg :-)

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