Aktie nachbörslich mit Kurssprung
IBM-Milliarden nutzen Mitarbeitern nichts

Das gute Dienstleistungs- und Softwaregeschäft hat das IBM-Ergebnis im zweiten Quartal auf 1,82 Milliarden Dollar steigen lassen. Das teilte der US-Computer-Konzern am Montag in Armonk im Bundesstaat New York mit. Die Analysten waren mehr als zufrieden. Die IBM-Aktie legte kräftig zu.

HB ARMONK. Die Mitarbeiter haben vom Milliardengewinn allerdings nichts. Zeitgleich mit dem excellenten Ergebnis kündigte IBM an, weltweit 14 500 Stellen streichen zu wollen. Das sind 1500 mehr als ursprünglich geplant und im Mai verkündet. Die europäischen Beschäftigten trifft es besonders hart. Hier sollen mehr als 10 000 Arbeitsplätze wegfallen, vor allem in der Dienstleistungs-Sparte. Nach Zahlen aus dem Mai werden alleine in Deutschland 1300 der 25 000 Stellen gestrichen.

Die Zahl der wegfallenden Arbeitsplätze sei nun höher als ursprünglich geplant, da es in Europa eine gute Akzeptanz der freiwilligen Programme gegeben habe. Von Juni bis Mitte Juli seien bereits 8000 Mitarbeiter ausgeschieden, teilte IBM mit.

IBM-Finanzchef Mark Loughridge bezifferte die angefallenen Sonderbelastungen durch die Entlassungen auf 1,7 Milliarden Dollar vor Steuern. Schon auf kurze Sicht soll sich die Entlasswelle aber rechnen. IBM geht in der weiteren Jahreshälfte von Kostenersparnissen von 500 Millionen Dollar aus. 2006 sollen dann 1,3 Milliarden Dollar eingespart werden.

Dann dürfte der operative Gewinn noch weiter steigen, der im zweiten Quartal schon auf 1,82 Milliarden Dollar nach 1,74 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum zulegte. Die Kosten für Aktienoptionen der Mitarbeiter sind dabei schon herausgerechnet. Auf die einzelne Aktie runtergebrochen sind das 1,12 nach 1,01 Dollar. Die Wall Street war nur von einem Quartalsgewinn von 1,03 Dollar je Aktie ausgegangen.

Der Umsatz war allerdings mit 22,3 Milliarden Dollar leicht rückläufig. Das sind 3,6 Prozent weniger als in der entsprechenden Vorjahreszeit. Das kam vor allem durch den Verkauf der PC-Sparte Ende April. Sie steuerte nur noch 557 Millionen Dollar zum Umsatz bei. Klammert man das PC-Geschäft ganz aus, dann gab es gegenüber dem zweiten Quartal 2004 einen Umsatzanstieg von sechs Prozent

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