Aktie steigt
Dell übertrifft die Erwartungen

Mit personellen Veränderungen an der Spitze, Massenentlassungen und scharfen Einschnitten bei den Kosten sucht Dell, einst Weltmarktführer bei Personalcomputern, die Rückkehr zu früherer Größe. Die Ergebnisse für das erste Geschäftsquartal 2009 sind ermutigend. Durch hohes Wachstum in Entwicklungsländern machte Dell zum ersten Mal mehr Umsatz im Ausland als in den USA.

SAN FRANCISCO. Im ersten Quartal steigerte Dell die Erlöse im Vergleich zum Vorjahr um neun Prozent auf 16 Mrd. Dollar. Der Reingewinn nahm gleichzeitig um vier Prozent auf 784 Mill. Dollar oder 38 Cents pro Aktie zu. Analysten hatten im Schnitt mit 15,7 Mrd. Dollar Umsatz und 34 Cents Nettogewinn pro Anteil gerechnet. Die positive Überraschung ließ den Dell-Kurs im nachbörslichen Handel um fast zehn Prozent steigen.

Wie Dell mitteilt, lieferte das Unternehmen im Quartal 22 Prozent mehr Computer aus. Dabei wuchsen Server dreimal so schnell wie der Branchenschnitt und die Verkäufe von Notebooks, bei denen Dell lange schwach war, stiegen um 43 Prozent. Dell, die traditionell im Firmengeschäft stark war, wo die Kosten eine größere Rolle spielten als das Design von Computern, holte im abgelaufenen Quartal auch im Verbrauchergeschäft mit überdurchschnittlich starkem Wachstum auf.

Während das Wachstum im Kerngeschäft mit Firmen in den USA nur um drei Prozent zunahm, buchte Dell sowohl in Asien als auch in Europa kräftige Zuwachsraten. In Deutschland allein verkaufte Dell gut ein Viertel mehr Rechner als im Vorjahr. Das Wachstum in Indien und China lag bei 52 und 30 Prozent. Da Dell in Europa vom schwachen Dollar profitierte und die Absatzzuwächse deutlich über dem Umsatzwachstum lagen, nahmen die durchschnittlichen Erlöse pro Rechner weiter ab, was der Konzern jedoch durch Kostensenkungen kompensieren konnte.

Dell baute in den vergangenen 12 Monaten insgesamt 7 000 Stellen ab, davon 3700 im ersten Quartal. Auf der anderen Seite wuchs die Belegschaft durch Firmenakquisitionen um 2 700 Personen.

Bei der Vorschau auf die nächsten Quartale hält sich Dell bedeckt. Firmenkunden planten ihre IT-Ausgaben "konservativ", heißt es. Der Konzern rechnet mit einem flauen Sommergeschäft und erwartet nicht, dass er seine Kosten ähnlich stark wie im Vorjahr senken kann. Überdies würde die höhere Verschuldung die Zinsbelastung erhöhen. Gleichwohl hält Dell an dem Ziel fest, die Kosten bis 2011 um drei Milliarden Dollar pro Jahr zu senken.

Quelle: Handelsblatt
Jens Eckhardt
Handelsblatt / Korrespondent
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