Aktie tief im Minus
United Internet kappt Umsatz-Prognose

Der Internetdienstleister United Internet hat seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr gekappt. Die Aktie geriet massiv unter Druck.

dpa-afx MONTABAUR. Statt eines Zuwachses von 20 Prozent werde nun mit einem Plus von 16 Prozent gerechnet, sagte Finanzvorstand Norbert Lang am Mittwoch in Frankfurt. Beim Ergebnis erwarte er unverändert ein Plus von 20 Prozent. Die Absenkung begründete er mit negativen Währungseffekten sowie einem schwächeren Online-Werbegeschäft, was mit der Abkühlung der Konjunktur zusammenhänge. Hinter den Erwartungen zurück bleibt auch das Breitbandgeschäft, was die Aktie der Gesellschaft massiv unter Druck setzte.

Nachdem die Gesellschaft in der ersten Jahreshälfte 170 000 neue DSL-Kunden unter Vertrag nahm, rechnet Vorstandschef Ralph Dommermuth nun für die zweite Hälfte mit 120 000 Neukunden. Grund zur Sorge sieht der Manager nicht: Allerdings werde es eine höhere Kündigungsrate geben, da vor 24 Monaten eine große Werbeaktion gelaufen sei und diese Kunden jetzt erstmals kündigen könnten, sagte Dommermuth. "Das Geschäft läuft weiter gut."

Dennoch sieht United Internet (1 & 1, GMX, Web.de) Handlungsbedarf und hat sich dazu maßgeblich an den Wettbewerbern Versatel und Freenet beteiligt. Dommermuth bekräftigte, dass er an der Übernahme des DSL-Geschäfts von Freenet interessiert ist. Der Verkauf der Sparte, für die auch Vodafone bietet, soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

Dommermuth erneuerte die Kritik an Freenet-Chef Eckhard Spoerr: Dieser habe nicht das Vertrauen des Kapitalmarkts und der Mitarbeiter und sei daher nicht der richtige für die Integration von Debitel, Talkline und dug in die Freenet AG. Mit dem Debitel-Kauf hatte Spoerr eine Übernahme durch United Internet verhindert, die mit Drillisch der größte Aktionär von Freenet ist.

Die Beteiligungen an den Wettbewerbern schmälerte das Ergebnis von United Internet um 20,2 Mill. Euro, was unter anderem mit höheren Zinszahlungen für Kredite zusammenhängt. Ungeachtet der Belastungen erzielte die Gesellschaft im abgelaufenen Quartal ein Gewinnplus. Der Überschuss wuchs um 14 Prozent auf 45,2 Mill. Euro und der Umsatz um 14,2 Prozent auf 412,4 Mill. Euro. Beim Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) verbuchte United Internet einen Zuschlag um 12,6 Prozent auf 88,6 Mill. Euro.

Profitiert hat die Gesellschaft vom Webhosting-Geschäft - also der Betreuung von Internetseiten. United Internet gehört in dem Bereich zu den weltweit führenden Anbietern und baut die Position weiter aus. Mit der Quartalsbilanz verfehlte United Internet die Erwartungen der von dpa-AFX befragten Analysten.

An der Börse brach die Aktie im frühen Handel um mehr als 13 Prozent ein und notierte zuletzt 5,1 Prozent schwächer. "Die Prognosesenkung ist nicht so massiv. Aussagen zum DSL-Markt wiegen schwerer - das ist schließlich das Kerngeschäft", sagte ein Aktienhändler. So sei die Schwäche im DSL-Geschäft nicht saisonal, das Wachstum verlangsame sich deutlich und insbesondere Kabelbetreiber gewännen an Boden.

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