Aktien für Konzernchef

Verlegerin schenkt Döpfner 73 Millionen

Der „Bild“- und „Welt“-Herausgeber erhält von Verlegerin Friede Springer ein Aktienpaket im Wert von mehr als 70 Millionen Euro. Der Vorgang ist einmalig in der deutschen Mediengeschichte.
Update: 17.08.2012 - 12:46 Uhr 14 Kommentare
Friede Springer und der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner posieren während der Geburtstagsfeier der Verlegerin am Mittwoch. Quelle: dapd

Friede Springer und der Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner posieren während der Geburtstagsfeier der Verlegerin am Mittwoch.

(Foto: dapd)

BerlinVerlegerin Friede Springer macht dem Chef des Medienkonzerns Axel Springer, Mathias Döpfner, ein großzügiges Geschenk. Wie der „Bild“- und „Welt“-Herausgeber am Freitag mitteilte, schenkt Friede Springer dem Konzernchef knapp zwei Millionen Springer-Aktien. Die Transaktion wurde am Dienstag, einen Tag vor Friede Springers 70. Geburtstag abgewickelt.

Am Mittwoch hatte Springer unter anderem im Beisein von Döpfner und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin ihren 70. Geburtstag gefeiert. Über das Aktiengeschäft war zu diesem Zeitpunkt noch nichts bekannt geworden.

Die Aktie notierte am späten Vormittag bei 37,53 Euro. Bei diesem Kurswert entspricht das Geschenk einer Summe von rund 73 Millionen Euro.

Der von Friede Springer kontrollierte Anteil am Verlagskonzern schrumpft nun nach Konzernangaben auf knapp 51,4 Prozent, Döpfner hält 3,26 Prozent. An den Mehrheitsverhältnissen ändert sich damit nichts. Unternehmensinsider sahen in der Schenkung ein Zeichen dafür, dass Springer Döpfner langfristig ans Unternehmen binden will. Bisher hat sich Friede Springer noch nicht zu einer Nachfolgeregelung geäußert.

Friede Springer hatte Döpfner 2006 zum Miteigentümer gemacht. Damals kaufte er zwei Prozent am Verlag für rund 50 Millionen Euro. Einen Teil der Papiere erhielt Döpfner dabei zum Sonderpreis. Döpfner finanzierte den Kauf damals mit einem Kredit. Schon in der Vergangenheit gab es mit Günter Prinz und Peter Tamm beim Springer-Verlag Manager, die Anteile hielten. Der Verlagsgründer Axel Springer hatte ihnen die Papiere als Zeichen des Vertrauens geschenkt.

In der vergangenen Woche hatte der Konzernchef für das erste Halbjahr Rekordzahlen vorgelegt. So hatte der Verlag Axel Springer dank steigender Werbeerlöse und Erfolge im Internet von Januar bis Juni mit 1,62 Milliarden Euro einen um 6,2 Prozent höheren Umsatz gemacht als im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich kletterte der Gewinn um 5,6 Prozent auf 159,6 Millionen Euro. „So profitabel war die Axel Springer AG in einem ersten Halbjahr noch nie“, hatte Döpfner bei der Vorlage der Zahlen gesagt. Insgesamt sei es ein „außergewöhnlich erfolgreiches erstes Halbjahr“ gewesen.

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14 Kommentare zu "Aktien für Konzernchef: Friede Springer macht Döpfner Millionen-Geschenk"

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  • Kann mir gut vorstellen, dass man einen ganz genialen Weg gefunden hat die Schenkungssteuer zum umgehen.

    Vielleicht kann ja mal ein Mitarbeiter vom Handelsblatt nachfragen wie es mit der Schenkungssteuer aussieht?

  • @MaceMcLain
    Ich dachte, es ging um Gehalt und nicht um Macht. Merken Sie auch was? Abgesehen davon, Frau Merkel besitzt nur für eine begrenzte Zeit vom Volk legitimierte Macht, zu einem Mindestlohn.
    Die Banker wollen doch immer nur vom Volk gerettet werden, wenn sie trotz Millionengehälter ihren Haushalt nicht in Ordnung halten können.

  • Von seinem Aktienpaket könnte sich Döpfner z.B. Das Deutsche Forschungsflugzeug "Halo" kaufen. Das hat Schavan gerade für 70 Millionen Euro starten lassen. Das Flugzeug kann in extremen Höhen exakte Messungen vornehmen. Döpfner könnte theoretisch damit noch aus 15 KM über den Stammtischen messen ob seine Botschaft angekommen ist. Man gönnt sich ja sonst nichts!

  • elfriede springer,der nach dem ableben ihres axels genug enttäuschungen durch spitzenmanager,berater,generalbevollmächtigte,rechtsanwälteund sonstige lichtgestalten des wirtschaftslebens bereitet wurden,hat sich zu lebzeiten einen vertrauten ausgesucht,dem sie zum einen mit der milden gabe dank erstattet aber auch sicherlich signalisieren will,daß sie mit seinem loyalen einsatz weiterhin auch über ihren tod hinaus rechnet.

    die gute hat bestimmt eine stiftungslösung im hinblick auf ihren nachlaß im blick und dafür brauchts halt nen präsiden,der das unternehmen,die branche und den markt versteht ,um das erbe nicht zu gefährden.

    wer schon mal ein unternehmen im hinblick auf nachfolge wetterfest gemacht hat,weiß wieviel schlaflose nächte damit verbunden sind.

    im übrigen erinnere ich daran,daß bei schlechter beratung in sachen erbe schnell mal 70 mio beraterhonorare im rauch sind neben dem dreistelligen substanzschaden,schließlich gehts hier um bis zu 2 500 mios

    mag die holde ans ewige leben glauben,wünsch ich ihr übrigens auch hernieden von ganzen herzen,null problemo,viel spaß dabei,so ist ihr doch ebenso klar,daß dies nicht in der kochstraße-nun rudi dutschke promenade- sein ende findet.

    der matze hats übrigens verdient auch wenn man sein wirken stirnrunzelnd verfolgt.möge er soviel glück haben in seiner leitungsfunktion ,wie es seinen überteuerten hals über kopf invests an wert fehlt.

    wir xberger müssen in der not zusammenhalten

  • Das zeigt doch, dass es in Deutschland auch noch Unternehmer "mit Herz" gibt. Wir müssen gemeinsam mehr an das Gute im Menschen glauben.

    Wenn dabei noch Schenkungssteuer anfällt, dann kann die Staatskasse gut gefüllt werden. Deutschland wird es brauchen...

  • Und welcher Manager hat so viel Macht wie Frau Merkel ?
    Na, merken Sie was ?

    Und kommen Sie mir jetzt bitte nicht wieder mit diesem "die Banker regieren in Wirklichkeit" und "hinter all dem steckt doch eine Neue Weltordnungs-Verschwörung".

  • @MaceMcLain
    Welcher Manager trägt mehr Verantwortung als die Bundeskanzlerin Frau Merkel? Wieviel verdient sie? Bestimmt nicht so viel wie Ihre "armen" Manager.

  • Würde der Staat, wie es ihm eigentlich zustände, sein eigenes Geld aus der Luft schöpfen und dieses Monopol NICHT den Privatbanken überlassen,
    müsste er es sich nicht für teures Geld = ZinsesZins borgen und wir bräuchten dann ALLE KEINE Steuern zu bezahlen.

    Unser GANZES Leben wird also nicht von der Politik, sondern von den Banken bestimmt.

    Davon ist in der Springepresse nichts zu lesen.

  • Selbstverständlich muss man als anständiger Bürger der selbsternannten Eliten für berechtigte Kritik mit dem alten Nazi Begriff Gutmensch giften. Zur Erinnerung Döpfner hat mit seinem Post Dienstleistungsunternehmen mehrere hundert Millionen Euro Verlust gemacht. Dafür kann man schon mal 70 Millionen geschenkt bekommen, gell

  • Meine Bemängelung war auch nicht darauf bezogen.
    Lesen Sie doch mal den ersten Kommentar zu dieser Meldung.

    Ich persönlich finde es eben armselig, erbärmlich und heuchlerisch, wenn bei Millionengehältern von Managern o.ä. geschimpft wird, aber der Fußballspieler oder F1-Pilot, der ja immerhin jeden Samstag in der Sportschau für Unterhaltung sorgt, so viel "verdienen" darf, wie er will, warum auch immer.

    Das zeigt eben das Diskussionsniveau und den Weitblick, mit dem solche Schimpftiraden angeführt werden.
    Sobald die Menschen mit einer schönen kalten Flasche Bier in der Hand und der Zigarette im Mund, gemütlich und in aller Ruhe auf dem Sofa (hier vielleicht eher Couch) sitzen können, ist es geradezu vergessen und egal, dass der Lieblingssportler, der 0 Verantwortung trägt und auch sonst nichts leistet, außer gelegentlich einen tiefergelegten Ferrari gegen die Wand zu setzen, ein Millionengehalt dafür bekommt, bspw. 90 Minuten einem Lederball hinterherzurennen.

    Beim Manager dagegen, mit Verantwortung für tausende Mitarbeiter und Aktionäre, wird schon gemeckert, wenn sich das Gehalt im einstelligen Millionenbereich befindet.

    Traurig.

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