Aktienkurs bricht ein
Anleger lassen Infineon fallen

Schon lange gehört Infineon zu den Prügelknaben an der Börse. Nun haben die Anleger nun aber offenbar den letzten Rest Vertrauen in den Münchener Chiphersteller verloren. Katastrophale Quartalszahlen und ein miserabler Ausblick haben den Aktienkurs einbrachen lassen - Schwarze Zahlen sind nicht in Sicht.

MÜNCHEN. Die Aktien stürzten um mehr als 40 Prozent ab und waren damit die größten Verlierer im Dax. Binnen Jahresfrist haben die Infineon-Papiere rund 90 Prozent ihres Werts verloren. Zum Vergleich: Im Dezember 2008 zahlten Investoren noch fast neun Euro je Aktie. Am Mittwoch fiel der Kurs auf unter einen Euro.

Der Absturz hat seinen Grund. Das Geschäft läuft miserabel, und Europas zweitgrößter Halbleiterproduzent erwartet keine Besserung. Für das laufende Geschäftsjahr, das am 30. September zu Ende geht, rechnet Vorstandschef Peter Bauer mit einem Umsatzminus von mindestens 15 Prozent sowie einem Verlust. Die Landesbank Baden-Württemberg bezeichnete den Ausblick als Desaster.

Schlechte Zahlen haben Tradition bei der ehemaligen Siemens-Sparte. In den vergangenen Jahren haben die Bayern ihre Ziele regelmäßig verfehlt, oft liefen rote Zahlen auf. Sogenannte Sondereffekte - etwa hohe Abschreibungen oder Kartellstrafen - waren eher die Regel als die Ausnahme. So auch im abgelaufenen Geschäftsjahr: Einem Umsatz von 4,3 Mrd. Euro stand ein Verlust von 3,1 Mrd. Euro gegenüber.

Infineon konzentriert sich seit der Abspaltung seiner Speicherchipsparte vor zwei Jahren ganz auf das Geschäft mit Chips für Autos, für die Telekommunikationsbranche und einige andere Industrien. Dieser Schritt sollte den Konzern endlich nachhaltig in die schwarzen Zahlen führen. Doch der Plan geht nicht auf. Weil die Autobauer momentan auf ihren Fahrzeugen sitzenbleiben, verkauft auch Infineon keine Chips mehr. Dazu kommt die weltweite Flaute im Handygeschäft.

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