Aktienoptionen
Pixar im Visier der Behörden

Jetzt gerät Pixar Animation in den Strudel des Skandals um rückdatierte Optionen in den USA. Offenbar haben die Behörden das erfolgreichste US-Studio für Animationsfilme ins Visier genommen.

je PORTLAND. In der vergangenen Woche hatte Apple Computer mitteilen müssen, dass nach neuen Erkenntnissen alle Finanzberichte ab September 2002 wegen falscher Angaben überarbeitet werden müssten. Was Pixar und Apple als Schlüsselfigur verbindet, ist Computerguru Steve Jobs, der im kritischen Zeitraum von 1997 bis 2001 beide Unternehmen geführt hat. Als Mehrheitseigentümer und Chef von Pixar gab Jobs nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg mehrfach Optionen mit verdächtiger Terminierung an leitende Angestellte aus.

So soll Pixar Anfang Dezember 2000 an Kreativchef John Lasseter zwei Millionen und Präsident Edwin Catmull eine Million Optionen vergeben haben, wobei der Ausübungspreis auf den niedrigsten Kurs jenes Jahres festgesetzt wurde. Veröffentlicht wurde die seinerzeit größte Zuwendung von Pixar-Optionen erst im April 2001. In einem anderen Fall gab Pixar 1997 Optionen an Lasseter unmittelbar vor der Bekanntgabe eines wichtigen Abkommens mit Disney aus, das den Pixar-Kurs um 49 Prozent in die Höhe trieb. Weder Disney noch Pixar haben sich bislang zu den Vorwürfen geäußert.

Für Steve Jobs ist Pixar ein weiteres potentielles Problem. Nachdem er nach einem Machtkampf in den 80er Jahren Apple verlassen hatte, führte er Pixar zum Erfolg und kehrte 1997 an die Spitze des Computerkonzerns zurück. Seit dieser Zeit, so räumte die Firma jüngst ein, gab es auch bei Apple „Unregelmäßigkeiten“ bei der Gewährung von Optionen.

In welchem Umfang und mit welchen Konsequenzen Optionen so terminiert wurden, dass sie den Empfängern ohne Wissen der Aktionäre hohe Gewinne garantierten, ist bislang nicht bekannt. Laut Apple sind jedoch die veröffentlichten Ergebniszahlen mehrerer Jahre „nicht mehr zuverlässig“. Die Ermittlungen bei Apple konzentrieren sich jetzt auf die Frage, ob Jobs bei rückdatierten Optionen persönlich die Hand im Spiel hatte. Als Innovationsmotor für Apple gilt er als unersetzlich.

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