Aktionäre blockieren Verschmelzung
Mobilcom-Fusion mit Freenet weiter ungewiss

Am Dienstag berät der Aufsichtsrat der Büdelsdorfer Mobilcom über die geplante Fusion mit der Internettochter Freenet. Der Mobilcom-Großaktionär Texas Pacific Group drängt im Vorfeld der Sitzung auf eine schnelle Einigung mit den Kleinaktionären. Sie blockieren seit Monaten die Verschmelzung.

HB HAMBURG. Der US-Finanzinvestor Texas Pacific Group (TPG) fordert Mobilcom-Vorstandschef Eckhard Spoerr auf, sich rasch mit den klagenden Kleinaktionären zu einigen, um die seit einem Jahr geplante Verschmelzung unter Dach und Fach zu bringen. „Für TPG ist wichtig, dass man sich einigt und in Wachstum investiert werden kann“, sagte ein TPG-Sprecher am Montag in London. Der US-Finanzinvestor bekräftigte zudem, dass er kein vorrangiges Interesse an einer Sonderausschüttung bei einer Fusion habe. An Mobilcom ist TPG mit 28,7 Prozent beteiligt.

Mehrere Kleinaktionäre begründen ihre Anfechtungsklagen gegen eine Verschmelzung des DSL- und Festnetzanbieters Freenet mit seiner Muttergesellschaft Mobilcom mit der Sorge, TPG wolle ein größtmögliches Ausschüttungsvolumen bei Mobilcom schaffen. Im Rahmen der Verschmelzung werden stille Reserven von bis zu einer Milliarde Euro gehoben. Mobilcom und Freenet wollen sich zusammenschließen, um ein intergrierter Anbieter von Mobilfunk, Festnetz und Internet zu werden.

Am morgigen Dienstag läuft die Frist des Kieler Landgerichts für einen außergerichtlichen Kompromiss aus. Die Anteilseigner von Mobilcom und Feenet hatten die Fusion im August 2005 mit großer Mehrheit gebilligt. Der Vollzug wird allerdings von mehreren Aktionärsklagen blockiert. Auf Anregung des Kieler Landgerichts suchen Unternehmen und klagende Aktionäre nach einem Kompromiss, durch den ein jahrelanger Rechtsstreit vermieden werden kann.

Nach Informationen des Handelsblatts kommt voraussichtlich am Dienstag ab 10 Uhr der Aufsichtsrat von Mobilcom zusammenkommen, um über eine mögliche Einigung zu beraten. Wenn der Streit bis dahin nicht außergerichtlich beigelegt ist, will Richter Hinnerk Rix am 8. August seine Entscheidung in den Freigabeverfahren verkünden. Das Hamburger Landgericht hatte unlängst einige Klagen gegen die sofortige Fusion abgewiesen, die Entscheidung über die Freigabe der Verschmelzung aber auf den 2. August vertagt.

Im bevorstehenden Bieterstreit um den Internetanbieter AOL Deutschland können Freenet und Mobilcom auf Hilfe von TPG rechnen. Der Sprecher sagte, TPG sei zu „innovativen Lösungen“ bereit, wollte diese aber nicht näher erläutern. AOL gehört zum Time Warner-Konzern, der derzeit Optionen für das AOL-Geschäft in Europa prüft.

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