Aktionäre sollen bis zum 19. November entscheiden
Oracle bessert Angebot für Peoplesoft nach

Der US-Softwarekonzern Oracle Corp. hat am Montag seine Offerte für den Rivalen Peoplesoft Inc. von 21 auf 24 Dollar pro Aktie oder insgesamt rund 8,8 Mrd. Dollar erhöht. In einem Brief an den Peoplesoft-Aufsichtsrat bezeichnet Oracle-Chef Larry Ellison dies als sein „letztes und bestes Angebot“.

je PORTLAND. Es stünde bis zum 19. November. Würde bis dahin die Mehrheit der Aktien angedient, müsse Peoplesoft die Fusionshürden in ihrer Satzung abbauen oder Oracle würde weiter versuchen, ihren Abbau gerichtlich zu erzwingen. Werde keine Mehrheit angedient, will Oracle sein Angebot zurückziehen: „Die Zeit ist gekommen, die Entscheidung den Aktionären zu überlassen“, sagte Oracle-Aufsichtsratschef Jeff Henley in einer Telefonkonferenz.

In der vergangenen Woche gab die EU-Kommission nach einer kartellrechtlichen Prüfung grünes Licht für Oracle, die seit fast 17 Monaten versuchen, Peoplesoft gegen den Willen des Managements zu übernehmen. Beide Firmen bieten hochkomplexe Softwarepakete für die Steuerung von Unternehmensfunktionen wie Rechnungswesen oder Einkauf in großen Firmen. Marktführer ist mit Abstand die deutsche SAP, und US-Kartellwächter fürchteten bei einer Fusion von Oracle und Peoplesoft eine zu starke Konzentration auf diesem engen Markt. Mit ihrer Klage auf ein Verbot der Fusion scheiterten sie jedoch. Auch die EU-Kommission genehmigte nach eingehender Prüfung den Zusammenschluss ohne Auflagen.

Vor einem Gericht im Bundesstaat Delaware, in dem die meisten großen US-Firmen handelsrechtlich eingetragen sind, klagt Oracle unterdessen auf die Beseitigung von zwei Hürden für eine Übernahme in der Satzung von Peoplesoft. Die eine ist eine so genannte Giftpille, die die Ausgabe von Millionen neuer Aktien auslöst, wenn ein Übernehmer mehr als ein Fünftel der Anteile erwirbt. Die andere sieht vor, dass Peoplesoft-Kunden die Rückzahlung von bis zum Fünffachen ihrer Investitionen in Softwarelizenzen der Firma fordern können, wenn man sie damit im Stich lässt. In dem jüngsten Schreiben betont Oracle, der Konzern werde die Kunden von Peoplesoft weiter unterstützen und auch die Produkte weiter entwickeln.

Die Verhandlungen in Delaware markierten einen weiteren Höhepunkt in der öffentlichen Auseinandersetzung beider Firmen, die Peoplesoft Kunden und Unternehmenschef Craig Conway den Job kostete. Oracle hob und senkte den Angebotspreis mehrfach und schien jüngst eher seine Senkung zu planen.

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