Aktionäre stehen hinter Entscheidung: Infineon will Speicherchip-Sparte an ausländische Börse bringen

Aktionäre stehen hinter Entscheidung
Infineon will Speicherchip-Sparte an ausländische Börse bringen

In München hat Infineon zu seiner Hauptversammlung geladen. Vorstandschef Wolfgang Ziebart kündigte an, die Pläne zur Abspaltung der Speicherchipsparte zum 1. Juli weiter zu verfolgen. An einer deutschen Börse will er das neue Unternehmen aber nicht listen. Die Aktionäre begrüßen den Plan grundsätzlich.

HB MÜNCHEN. Die Variante einer Abspaltung mit einer zwingenden Börsennotiz in Deutschland sei erwogen, aber nicht weiter verfolgt worden, weil ein Listing im Inland „für ein Speicherunternehmen nicht unbedingt so ein Vorteil ist“, sagte Ziebart. Die Mehrzahl von Infineons Konkurrenten stammt aus Asien oder Nordamerika und ist auch dort notiert.

„Ein anschließender Börsengang ist nach wie vor unsere bevorzugte Lösung“, bekräftigte der Chef des Halbleiterherstellers diee grundsätzliche Entscheidung. Die jüngsten überraschend hohen Verluste des Bereichs seien kein Grund, auf eine Trennung zu verzichten. Das Unternehmen wolle die Aktionäre allerdings nicht über die Aufspaltung abstimmen lassen, da sonst Anfechtungsklagen gegen die Beschlüsse der Hauptversammlung möglich wären.

Die Aktionäre kritisierten scharf, dass sie nicht abstimmen dürfen. Die Produktion von Speicherchips für Computer war bisher Infineons Kerngeschäft und lieferte rund 40 Prozent der Umsatzes von zuletzt rund 7 Mrd. Euro. Mehrere Anteilseigner begrüßten die Zerschlagung, wie Daniela Bergdolt von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz: „Es ist gut, dass wir uns von dieser Sparte trennen.“ Mit dem Schritt sei Infineon aber im Vergleich zur Konkurrenz „viel zu spät dran“, kritisierte sie. Die Aktionärsschützerin zweifelte zudem, dass nach einem Börsengang der Speichersparte Interesse für die Aktien besteht.

Willi Bender von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger sagte, Ziebarts Sanierungsplan sei ein Lichtblick. Der Vorstandschef habe zwar die Wende noch nicht geschafft, er habe aber auch bei seinem Amtsantritt im September 2004 „einen desolaten Lotterladen“ vorgefunden.

Infineon werde alles daran setzen, die Ergebnisse nachhaltig zu verbessern, betonte Ziebart. Die umsatzstarke, aber krisenanfällige Speichersparte abzuspalten, sei der richtige Schritt. Die Sparte hatte immer wieder für hohe Verluste gesorgt. Infineon will sich künftig auf das profitablere Geschäft mit Halbleitern für Autos, Handys oder Industrieanlagen konzentrieren. Der Richtungswechsel, „weg von einer stark auf Wachstum ausgerichteten Strategie, hin zu einer Strategie des profitablen Wachstums“ sei der richtige Weg.

Ziebart rechnete im Geschäftsbereich Automobil-, Industrieelektronik und Chipkarten im laufenden mit weiterem Wachstum durch steigende Nachfrage. Für das laufende Jahr werde eine operative Marge angepeilt, „die mindestens der des Vorjahres entspricht oder sogar höher ist“. 2004/2005 hatte die Marge gut 5 Prozent betragen. Auch im Geschäftsbereich Kommunikation sei eine positive Entwicklung zu erwarten.

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