Aktionärsempfehlung
Swisscom auf dem Weg zum größten Schweizer Onlinedienst

Wenn sie Publigroup übernimmt, erreicht Swisscom mit seinen Onlineverzeichnissen bald fünf Millionen Nutzer. Der Telekom-Konzern dürfte eine neue Marktmacht aufbauen – denn die jüngste Offerte erscheint aussichtsreich.
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ZürichSwisscom kommt der Schaffung des größten Schweizer Online-Suchdienstes einen großen Schritt näher. Der Telekomkonzern erhöht die Übernahmeofferte auf 214 Franken je Publigroupe -Aktie von bislang 200 Franken. Der Verwaltungsrat der Publigroupe empfehle den Aktionären, das insgesamt rund 480 Millionen Franken schwere Angebot anzunehmen, teilten Publigroupe und Swisscom am Dienstag mit. Die übrigen Großaktionäre, die knapp 26 Prozent an der Gesellschaft halten, stimmten der neuen Offerte ebenfalls zu.

Der Züricher Verlagskonzern Tamedia erhält für seine Beteiligung von 17,6 Prozent an Publigroupe ebenfalls 214 Franken je Titel. Der Verlag hatte bereits die ursprüngliche Offerte angenommen. Tamedia kann sich dafür am Kerngeschäft von Publigroupe beteiligen.

Swisscom und Tamedia wollen künftig zusammenarbeiten und bringen ihre Verzeichnisdienste „local.ch“ und „search.ch“ in eine gemeinsame Firma ein. Swisscom werde 69 Prozent daran halten, Tamedia den Rest. Damit entsteht eine Verzeichnisplattform in der Schweiz, die monatlich 4,8 Millionen Nutzer erreicht.

Dass die Übernahme der Publigroupe durch Swisscom sowie die angestrebte Partnerschaft zwischen Swisscom und Tamedia am Veto der Wettbewerbsbehörden scheitern, glaubt ZKB-Analyst Daniel Bürki nicht. Auch wenn local.ch und search.ch in der Schweiz auf einen Marktanteil dominant sein werden, dürften die Wettbewerbsbehörden nicht gegen den Zusammenschluss stimmen. „Im internationalen Kontext ist die Konkurrenz mit Suchmaschinen wie Google oder Yahoo groß genug“, sagte Bürki.

Die Minderheitsbeteiligungen der Publigroupe an den Medienunternehmen SNP Société Neuchâteloise de Presse SA, Südostschweiz Presse und Print AG sowie Rhône-Media SA sollen verkauft werden. Die FPH Freie Presse Holding mit den Beteiligungen am St. Galler Tagblatt und der Neue Luzerner Zeitung geht an die Neue Zürcher Zeitung.

Was mit der 47,5 Prozent-Beteiligung von Publigroupe an der deutschen Zanox geschieht, ist offen. Die im Bereich Online-Marketing tätige Firma sei zwar europaweit und in Amerika erfolgreich unterwegs aber nicht sehr profitabel, sagte ZKB-Analyst Bürki. Ein Verkauf an den Axel-Springer-Verlag, der 52,5 Prozent an Zanox hält, sei denkbar, ergänzte der Analyst. „Aber auch ein Börsengang wäre möglich.“

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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