Unterliegen ist für Google keine Option: Sofort nach dem Rückschlag bei der Auktion um die freiwerdenden analogen Fernsehfrequenzen in den USA erneuert der Internetkonzern Pläne für einen offenen mobilen Internetzugang. Für Google die letzte Chance, eine landesweite Konkurrenz zu den etablierten Mobilfunkfirmen aufzubauen.
DÜSSELDORF. In einem Brief an die amerikanische Telekommunikationsbehörde FCC
unterbreitete Google
erneut Vorschläge, um die "white spaces" genannten ungenutzten Räume zwischen zwei analogen TV-Signalen für mobiles Internet zu nutzen. Sie wären jetzt die letzte Chance für Google
und andere Web-Unternehmen, doch noch für mehr Preiswettbewerb auf dem Markt für mobiles Internet zu sorgen. Ein wichtiger Punkt, um weiter billig Zugang zu ihren Kunden zu gewähren.
Der ist immer stärker in Gefahr, seit die Mobilfunk-Netzbetreiber versuchen, über Zugangsgebühren neue Einnahmequellen zu erschließen. Die Web-Unternehmen sollen nach deren Meinung in Zukunft dafür bezahlen, dass ihre Dienste zügig zum Endkunden weitergeleitet werden.
Die "weißen Bereiche" sind Frequenzen, die ungenutzt zwischen TV-Signalen liegen, um zu verhindern, dass sich Bilder überlagern. Der Versuch, diese Bänder kommerziell nutzbar zu machen, ist nicht neu. Seit Mai 2004, als die FCC
ankündigte, diese für neue Internet-Zugangsgeräte im Prinzip nutzbar zu machen (Notice of Proposed Rulemaking), wird versucht, die technischen Hürden wie unvorhersehbare Störungen bei benachbarten Sendern zu überwinden, die den Einsatz ausschließen. Mit von der Partie sind auch Philips
und Microsoft.
Der Software-Konzern hatte 2007 ein Wireless-Internet-Gerät als Prototyp eingereicht, das aber die FCC
-Tests
nicht bestand.
Jetzt macht Google
wieder Druck. Die "weißen Bereiche" wären die allerletzte Chance, noch eine landesweite Konkurrenz zu etablierten Mobilfunkfirmen aufzubauen. Bei der vergangene Woche abgeschlossenen Auktion der Frequenzen im 700-Megahertz-Bereich hatten die Telekomkonzerne Verizon
und AT&T
die Masse der Frequenzen ersteigert und so dafür gesorgt, dass die Machtverhältnisse erst einmal so bleiben, wie sie waren.
Für Google
ein unberechenbares Umfeld. Das gesamte Geschäftsmodell beruht auf offenen Zugängen zum Internet. Das hat funktioniert, solange die Menschen über ihre Festnetz- oder DSL-Leitungen ins Internet gegangen sind. Die Telekom
-Firmen
haben nur für den Web-Zugang beim Kunden kassiert.
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