Allianz für Risikokapital

Eine neuer Geldgeber für Start-ups

Eine neue Allianz will die Start-up-Szene umkrempeln: Der Risikokapitalgeber Early Bird verbündet sich mit den Heilemann-Brüder, die Gründer nicht nur mit Geld, sondern auch mit ihrer Expertise unterstützen wollen.
Die Brüder Ferry (links) und Fabian Heilemann sind nach der erfolgreichen Gründung von Daily Deal auch als Investoren aktiv. Quelle:
Investoren-Brüder

Die Brüder Ferry (links) und Fabian Heilemann sind nach der erfolgreichen Gründung von Daily Deal auch als Investoren aktiv.

BerlinDarauf hat die Szene lange gewartet: Der Risikokapitalgeber Earlybird legt einen neuen Fonds für Tech-Start-ups aus Westeuropa auf. Er soll ein Volumen von 150 Millionen Euro haben – und eine Besonderheit. Early Bird investiert nämlich nicht länger allein, sondern holt sich die unternehmerische Expertise von Heilemann Ventures mit an Bord.

Die Brüder Fabian und Ferry Heilemann haben einst Daily Deal gegründet und die Firma an Google verkauft. Seit 2011 investieren sie selbst in Start-ups – und unterstützen junge Gründer auch aktiv im operativen Geschäft, etwas, das klassische Kapitalgeber wie Earlybird eher nicht tun.  

Lange Zeit hat man in Europa geglaubt, was den Start-ups hierzulande fehle, sei ausschließlich das Geld. Tatsächlich sind die Summen, die in deutsche Firmen fließen, gering im Vergleich zu den Investments, die in den USA getätigt werden. Erfolgreiche US-Fonds wie Andreessen Horowitz zeichnet neben ihrer Kapitalstärke aber auch die Tatsache aus, dass hier ehemalige Unternehmer am Werk sind, die den Portfolio-Firmen auch mit ihrer Erfahrung und ihrem Netzwerk zur Seite stehen.

„Wenn europäische Start-ups mit amerikanischen Firmen konkurrieren wollen, ist Schnelligkeit der wichtigste Faktor“, sagt Christian Nagel, Partner und Mitgründer von Earlybird. Um schnell wachsen zu können, bräuchten die Start-ups aber nicht nur Kapital, sondern auch unternehmerischen Support. Nagels eigene Gründungserfahrung liegt schon eine Weile zurück. Earlybird existiert seit 1997 und hat seitdem insgesamt in 111 Unternehmen investiert. Sechs davon gingen an die Börse, 16 wurden anderweitig verkauft. Mit einem verwalteten Kapital von über 700 Millionen Euro ist Earlybird einer der größten Wagniskapitalgeber Europas.

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Mehr als die Summe ihrer Teile

„Kooperationen können wesentlich zum unternehmerischen Erfolg von Start-ups und etablierten Unternehmen beitragen und so den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken“, heißt es in einem Ratgeber, den das Unternehmensnetzwerk Wissensfabrik gemeinsam mit dem Partner UnternehmerTUM erstellt hat. Kooperationen bieten Vorteile und eröffnen für beide Seiten viele Möglichkeiten...

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Motivation von Unternehmen: Unternehmerisches Denken fördern

Unternehmen brauchen innovative, engagierte Mitarbeiter, die unternehmerisch denken, Mitarbeiter wiederum wollen ein spannendes Arbeitsumfeld, das sie aktiv mitgestalten können. In der Zusammenarbeit mit Start-ups liegt für Unternehmen die Chance, ein vielseitiges und kreatives Umfeld zu schaffen und so attraktiv für qualifizierte Mitarbeiter zu sein.

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Gesellschaftlichen Beitrag leisten

„Durch Kooperationen mit Start-ups leisten Unternehmen einen Beitrag zur Förderung des Wirtschaftsstandorts Deutschlands“, heißt es in dem Ratgeber „Collaborate to Innovate“, den Sie auch hier kostenlos zum Download finden. So sichern sie nicht nur Arbeitsplätze und tragen zu einer positiven Wirtschaftslage bei, sondern verbessern auch ihre Außenwahrnehmung.

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Innovationsimpulse gewinnen

Innovationen sind ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für Unternehmen – aus der Zusammenarbeit mit jungen, dynamischen Start-ups und ihren disruptiven Innovationen entstehen für Unternehmen neue Impulse.

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Neue Lieferanten, Kunden und Partner aufbauen

Ein stabiles Netzwerk aus Lieferanten und Partnern ist für etablierte Unternehmen entscheidend – aus Kooperationen mit jungen Unternehmen können in Zukunft neue Partner in der Wertschöpfungskette und hinein in andere Branchen entstehen.

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Motivation von Start-ups: Know-How generieren

Junge Unternehmer, insbesondere diejenigen aus dem universitären Umfeld, bringen häufig wenig praktische Erfahrung und Branchenexpertise mit – hier kann ein etablierter Partner helfen, sich von Beginn an professionell auf dem Markt zu positionieren.

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Referenzen nutzen

Als neuer Spieler auf dem Markt kann es schwierig sein, erste Aufträge zu akquirieren oder Zulieferer zu finden – dank einer Kooperation können Start-ups das bestehende Netzwerk des etablierten Partners nutzen.

Heilemann Ventures ist deutlich kleiner. Die Unternehmer-Brüder haben seit 2011 in 26 Unternehmen investiert und bisher 6 davon verkauft. Von der Partnerschaft mit Earlybird erhoffen sie sich vor allem den Zugang zu institutionellen Kapitalgebern. „Wir haben bisher nur Angel- und Seed-Stage-Investments im sechsstelligen Bereich getätigt“, sagt Fabian Heilemann. Künftig wolle man die schnell wachsenden Start-ups auch bei größeren Finanzierungsrunden begleiten. 

Der neue Fonds, genannt Digital-West-Fonds, soll von der sogenannten Seed-Runde, in der in der Regel ein paar hunderttausend Euro investiert werden, bis zur A-Runde mitgehen, wo es um Millionenbeträge geht. Die absolute Höchstsumme für ein Investment wird 15 Millionen Euro betragen.

Noch ist das Fundraising nicht abgeschlossen. Eine erste Runde, hauptsächlich mit privaten Investoren und Family Offices, sei bereits geclosed, sagte Nagel. Wie viel Geld schon zusammengekommen ist, verriet er nicht. Es gibt aber schon erste gemeinsame Investments: Das Umzugs-Start-up Movinga etwa, oder die Office-Supply-Plattform Service Partner One. 

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