Alphabet auf dem Börsenthron: Das Google-Zeitalter hat begonnen

Alphabet auf dem Börsenthron
Das Google-Zeitalter hat begonnen

Alphabet ist auf dem Gipfel: Die Google-Holding hat Apple als wertvollsten Konzern der Welt überflügelt. Doch der wahre Konkurrent um Aufmerksamkeit und Werbebudgets lauert anderswo. Ein Kommentar.

DüsseldorfEs war ein symbolträchtiger Moment, den die Anleger an der New Yorker Börse am heutigen Dienstag erlebten: Alphabet, der Mutterkonzern von Google, hat Apple als wertvollsten Konzern der Welt abgelöst. Vorbörslich kletterte der Aktienkurs bereits um die entscheidenden Prozente. Zur Eröffnung des Handels an der Wall Street legte die Alphabet-Aktie um 3,7 Prozent zu, was den Konzern mit etwa 545 Milliarden Dollar bewertet. Apple-Aktien sanken um knapp 0,8 Prozent; die Marktkapitalisierung betrug damit rund 530 Milliarden Dollar.

Wer den Internetriesen mit seinem großen Wissensschatz schon immer als den heimlichen Herrscher der Welt wähnte, wird die Zahlen als Bestätigung sehen. Doch der Eindruck ist nur eine Momentaufnahme von ungewisser Dauer. Denn die Ablösung an der Spitze der Börsenliga ist mehr der Schwäche des iPhone-Herstellers zuzuschreiben als der Stärke des Suchmaschinisten. Einen dauerhafter Wachwechsel – so unbedeutend er auch fürs Alltagsgeschäft wäre – muss das nicht bedeuten. Denn Alphabet steht weiterhin vor großen fundamentalen Herausforderungen. Die Konkurrenz ist dabei nicht Apple, sondern Facebook.

Für die wohlwollende Reaktion der Anleger auf die Alphabet-Zahlen gibt es zwei Gründe. So legt der Konzern der Wall Street dar, dass sein Kerngeschäft gesund und munter ist. Denn erstmals trennt er öffentlich nachvollziehbar die Zahlen für Google mit der Suchmaschine, dem Werbegeschäft sowie dem mobilen Betriebssystem Android und dem Videoportal Youtube von den „Moonshots“, also den Wetten auf die Zukunft.

Für Anleger, die das Wachstum von Google infrage gestellt haben, enthält die Aufstellung einige beruhigende Punkte. Umsatz und Gewinn steigen stärker als erwartet, auch die Profitabilität legt leicht zu. Zudem gelingt es dem Internetriesen Quartal für Quartal, mehr Anzeigen zu verkaufen. Dass der Durchschnittspreis dabei sinkt, muss dabei kein schlechtes Zeichen sein: Es zeigt, dass das Geschäft mit mobilen Geräten in Fahrt kommt – auf den kleinen Bildschirmen sind Anzeigen billiger als auf dem großen PC.

Alphabet hat aber auch eine Vision für die Zukunft – und das lieben Aktionäre ebenso wie gute Zahlen. Die Projekte, zusammengefasst unter „Other Bets“ (andere Wetten) sind zwar teuer und weniger lukrativ als erwartet, im vergangenen Geschäftsjahr betrug der Verlust 3,6 Milliarden Dollar, bei knapp 450 Millionen Dollar Umsatz. Allerdings sind einige Ideen darunter, die eines Tages die Welt verändern könnten, etwa autonome Autos. Wenn der Konzern hier seine führende Position hält, macht sich das irgendwann auch in der Bilanz bemerkbar.

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Wettbewerb um Aufmerksamkeit und Budgets

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