Altice kauft US-Kabelkonzern
Drahi gelingt der nächste Milliardendeal

Mit der Übernahme von Time Warner Cable scheiterte Patrick Drahi. Doch jetzt schlägt der Gründer des französischen Altice-Konzerns in den USA zu: Der Kabelkonzern Cablevision ist ihm knapp 18 Milliarden Dollar wert.

Paris/New YorkDer französisch-luxemburgische Altice-Konzern kauft für 17,7 Milliarden Dollar Cablevision, die Nummer fünf auf dem amerikanischen Markt für Kabelfernsehen. Cablevision hat in New York gut drei Millionen Kunden. Wie Altice am Donnerstagmorgen mitteilte, haben so viele Anteilseigner von Cablevision schriftlich ihre Zustimmung gegeben, dass Altice eine Mehrheit erwerben kann – auch ohne weiteren Beschluss einer Hauptversammlung.

Altice hatte vor ein paar Monaten versucht, Time Warner Cable zu kaufen, musste sich aber geschlagen geben. In Frankreich hatte die von Patrick Drahi geleitete Gruppe zuletzt den Telekomanbieter SFR und diverse Printmedien gekauft und wollte auch Bouygues Telecom übernehmen, scheiterte aber damit.

Altice ist bereits hoch verschuldet. Die neue Übernahme soll nach Aussage des Unternehmens zu einem großen Teil von Cablevision selbst finanziert werden: „Die Transaktion wird zu 14,5 Milliarden Dollar über neue und bestehende Schulden sowie Cash von Cablevision und zu 3,3 Milliarden Dollar mit Barmitteln von Altice finanziert.“

Altice zahlt einen hohen Preis für sein Vorankommen auf dem US-Markt: Der Preis liegt 22 Prozent über der aktuellen Börsenbewertung. Der Gewinn von Cablevision betrug im abgelaufenen Geschäftsjahr nur gut 300 Millionen Dollar. Drahi hofft aber, das Kabelgeschäft zum Treiber für neue Internet- und Telekomdienste machen zu können. Der US-Kabelmarkt befindet sich im Umbruch, auch wegen der wachsenden Konkurrenz von Videostreaming-Diensten wie Netflix und Amazon, die Filme und Serien über das Internet anbieten.

Drahis Gruppe übernimmt vom Hauptaktionär, der Dolan-Familie, auch die Newsday-Mediengruppe, ein lokales TV-Netzwerk und eine Mediaagentur. „Als ein Familienunternehmen sind wir stolz darauf, dass die Dolan-Familie uns das Eigentum an Cablevision anvertraut und wir wollen auf dem Weg voranschreiten, den sie für uns geöffnet haben“, ließ sich Drahi zitieren. Seine US-Strategie werde durch den Zukauf gestärkt.

Thomas Hanke
Thomas Hanke
Handelsblatt / Korrespondent in Paris
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