Amazon, Starbucks und Chipotle liefern nach Hause
Big Money verdrängt Big Mac

Was früher McDonald’s war, ist heute Amazon. Silicon Valley drückt dem Thema „Fast Food“ einen neuen Stempel auf. Statt Big Mac ist Big Money angesagt – und ein Vier-Gänge-Menü an der Haustür.

San FranciscoAuf den Fire-Tablets von Amazon laufen in der Küche des beliebten Asian-Fusion-Restaurants Wild Ginger in Bellview bei Seattle die Aufträge ein, und wenige Minuten später packt ein Lieferfahrer von Amazons Prime Now-Lieferdienst eine Portion frisches Hanoi Tuna für 25 Dollar pro Person oder sechs Vietnamese Chicken Wings für 13,50 Dollar in die Warmhaltebox. Essensauslieferung zwischen Buchbestellung und Computerauslieferung ist der letzte Schrei, und Amazon nur der letzte Internet-Gigant, der sich jetzt in diesem Markt engagiert. Seit wenigen Tagen wird Essen per Tablet am Stammsitz Seattle getestet. Zugang haben vorerst nur Kunden des 100 Dollar teuren Zusatzangebots „Amazon Prime“, der kostenlose Warenlieferung für ein Jahr garantiert und dazu kostenlose Musik und Filme für den romantischen Dinnerabend dazupackt.

Vorreiter auf dem heftig umkämpften Markt für Essen auf Rädern ist Amazon zwar nicht. Aber wo Jeff Bezos, Gründer und CEO von Amazon hinlangt, da wächst kein Gras mehr. Das wissen etablierte Online-Lieferdienste wie Grubhub, Yelp oder Groupon („Groupon to go“), von den unzähligen lokalen Start-ups gar nicht zu reden. Die haben weder die Finanzkraft noch die Logistik, um Amazon die Stirn zu bieten. Sie sehen ihre Felle ebenso schwimmen wie der Pizzaboy von nebenan, der sich abends mit der Quattro Stagioni ein paar Dollar fürs College dazuverdient hat.

Veritable Konkurrenten für Bezos im Kampf um das Essen auf Rädern 2.0 sind dagegen Google und Uber. Der Transportdienst Uber verteilt in Los Angeles seit 2014 auf Anfrage Eiscreme an schwitzende Seelen, seit wenigen Wochen fährt „Uber Eat“ ausgewählte Essenspakete aus einem täglich wechselnden Menü bis an den Bordstein in Downtown oder Hollywood. Erst den Geschäftsmann zum Flughafen, dann das Turkey-Sandwich mit Zwiebeln, Tomaten, Gürkchen, veganer Mayonnaise und italienischem Dressing für 10 Dollar an den hippen Programmierer am Willshire Boulevard. Bezahlt wird bargeldlos über die App, so wie jede Uber-Fahrt.

Google steigt noch in diesem Jahr in die Auslieferung von frischen Lebensmitteln ein, wie Brian Elliott, Manager bei Google Express vor wenigen Tagen verkündete. Google Express ist die Antwort aus Mountain View zum Bananenfrachter Amazon Fresh aus Seattle. Partner im Testbetrieb sind zunächst die Edel-Biokette Whole Foods und der Großhandelsriese Costco Wholesale – sozusagen die amerikanische Version von Metro. Das Ziel: Der Kunde sucht auf Google, kauft auf Google, und Google liefert in ein oder zwei Stunden.

Alles, was mit Essen und Trinken zu tun hat, steht im Silicon Valley derzeit ganz hoch im Kurs. Die Investorenseite Angel.co listet alleine über 4500 Start Ups aus diesem Bereich (https://angel.co/food-and-beverages), vom Dinner-on-Demand-Dienst Munchery über den Restaurant-Lieferdienst Caviar, der 2014 vom Start-up Square des Twitter-CEO Jack Dorsey aufgekauft wurde, bis zum Alkohol-Abonnementservice Flaviar. Bis Jahresmitte pumpten Risikokapitalinvestoren laut Risikokapital-Datenbank CBInsights rund 750 Millionen Dollar in Food-Tech, schon fast so viel wie die eine Milliarde Dollar in 2014.

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