Amerikanischer Medienkonzern
Time Warner gründet deutschen Serienkanal

Die amerikanischen Medienkonzerne bauen ihr Fernsehangebot in Deutschland weiter aus. Turner Broadcasting, die TV-Sparte des US-Medienkonzerns Time Warner, bringt eine deutsche Version des US-Seriensenders TNT auf den Markt. Bislang hat Turner mit seinem Deutschland-Geschäft aber keine guten Erfahrungen gemacht.

DÜSSELDORF. In den USA ist TNT der meist gesehene Pay-TV-Sender bei den 14- bis 49-Jährigen. „Wir werden TNT im Januar launchen", sagte Deutschlandchef Hannes Heyelmann dem Handelsblatt. Anders als das amerikanische Vorbild wird der deutsche Ableger jedoch ausschließlich Serien zeigen, darunter auch Erstausstrahlungen wie die Sitcom "30 Rock".

Die Time Warner-Tochter betreibt in Deutschland bereits drei Pay-TV-Angebote: die Zeichentricksender Cartoon Network und Boomerang sowie Turner Classic Movies (TCM), der sich vor allem aus der Filmbibliothek von Warner Bros. bedient. Hinzu kommt der von London gesteuerte Nachrichtenkanal CNN.

Bislang hat Turner mit seinem Deutschland-Geschäft keine guten Erfahrungen gemacht. Weder die Beteiligung am Musiksender Viva noch ein deutsches Programmfenster bei CNN haben den gewünschten Erfolg gebracht und wurden deshalb wieder eingestellt. Auch die drei Bezahlsender schreiben nach Unternehmensangaben noch Verluste. Heyelmann gibt sich jedoch zuversichtlich die Gewinnzone zu erreichen: "Deutschland ist - was den Pay-TV-Markt angeht - noch ein ,Entwicklungsland? - und das meine ich keineswegs negativ. Wir glauben, dass sich hier noch sehr viel tun wird." Heyelmann will vor allem mit hoher Verlässlichkeit punkten: "Unsere Serien werden nicht im Programm verschoben oder schnell wieder abgesetzt." Aktuell haben allerdings nur rund 1,5 Mill. deutsche Haushalte Abonnements bei Turner.

Den Optimismus beim Bezahlfernsehen teilen auch andere amerikanische Medienkonzern. So startete erst in der vergangenen Woche der Medienriese News Corp. den Spielfilm- und Serienkanal Fox. Der Sender wird vor allem in den Netzen des Kabelkonzerns Unitymedia zu sehen sein. Das sind 8,6 Millionen Haushalte in Nordrhein-Westfalen und Hessen. Darüber wird er über die Satellitenplattform von Arena ausgestrahlt. Mit der Sendergründung baut der Medien-Tycoon Rupert Murdoch sein Engagement auf dem deutschen Fernsehmarkt weiter aus. Er ist mittlerweile als Großaktionär beim Pay-TV-Konzern Premiere beteiligt. Außerdem betreibt er den deutschsprachigen Dokumentationssender "National Geographic".

Der deutsche Fernsehmarkt gilt in Europa als ausgesprochen wettbewerbsintensiv. Längst haben alle wichtigen US-Medienriesen Ableger in Deutschland gegründet. Der Micky-Maus-Konzern Disney betreibt den hochprofitablen Kindersender Super RTL und eine Reihe von Pay-TV-Kanälen. Sony ist in Deutschland mit dem Actionsender "AXN" und den Zeichentrickkanal "Animax" vertreten. Das Hollywood-Studio MGM betreibt einen gleichnamigen Kanal auf Premiere.

Nicht nur Time Warner hat mit dem Fiasko beim Nachrichtensender N-TV viel Lehrgeld bezahlen müssen. Auch der Medienkonzern NBC Universal, Tochter des weltgrößten Mischkonzerns General Electric (GE), hatte in Deutschland bislang kein glückliches Händchen. Der vor über zwei Jahren gegründete Hollywoodsender "Das Vierte" floppte. Um den Verlustbringer loszuwerden, hatte NBC Universal offenbar über Monate vergeblich versucht, das "Vierte" zu verkaufen, heißt es in Branchenkreisen. Doch Medienhäuser wie Burda als auch der ehemalige Kirch-Vize Jan Mojto hätten nach ersten Gesprächen dankend abgelehnt.

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