Amerikanischer TV-Produzent Fremantle
„Der Appetit auf Programme wächst weltweit“

Der Fernsehproduzent Fremantle liefert die erfolgreichste Sendung im amerikanischen Fernsehen: "American Idol". Dank der Musiktalent-Show ist die Konzerntochter von Bertelsmann zum größten TV-Produzenten außerhalb Hollywoods aufgestiegen. Dabei ist Fremantle der Konkurrenz aus Los Angeles in einer weiteren Sache weit voraus.

LOS ANGELES. Am Ende der Musiktalent-Show "American Idol" drückt Sänger Kevin Cook seine rechte Hand zu einer Faust zusammen, hält sie vor den Mund und schließt die Augen fest. Tränen rollen über seine hochroten Wangen. Die 7 500 Fans im Nokia Theatre im Herzen von Los Angeles toben vor Begeisterung, und die 32 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen sind einfach nur gerührt. Wenige Sekunden zuvor hat der junge Rockmusiker erfahren, dass er mit 97 Mill. abgegebenen Stimmen zum "American Idol" gekrönt wird. Die Show - hierzulande als "Deutschland sucht den Superstar" bekannt - ist ein globales Phänomen. In den USA läuft bereits die siebte Staffel und schlägt alle Rekorde. Das Finale ist die meist gesehene Sendung der diesjährigen Fernsehsaison und macht Rupert Murdochs TV-Sender Fox zum erfolgreichsten Kanal in den Vereinigten Staaten.

Der Jubel ist beim "Idol"-Produzenten Fremantle Media groß. Denn die Show, bei der auch Musikgrößen wie Seal und George Michael vorsingen, erzielte einen Marktanteil von 29 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen. Davon sind selbst populäre Serien wie "Lost" oder "Criminal Minds" meilenweit entfernt. Konkurrenten schimpfen über die harte "Idol"-Konkurrenz. Leslie Moonves, Chef des US-Fernsehsenders CBS, sagt offenherzig: "Wenn irgendjemand die Show umbringen könnte, dafür wäre ich wirklich dankbar."

Fremantle-Chef Tony Cohen hingegen ist in bester Laune. Mit einer pechschwarzen Limousine lässt er sich von Termin zu Termin durch Los Angeles chauffieren. "Als wir vor Jahren mit den Idols begannen, haben wir uns nicht vorstellen können, wie erfolgreich dieses Format rund um den Globus werden würde", sagte der Brite. Fremantle verdient mit der Musiktalentshow weltweit prächtig. In mittlerweile über 40 Länder wurde das Format verkauft. Die Show ist nach Meinung eines Konkurrenten eine Gelddruckmaschine. Cohen streitet das nicht ab, aber Zahlen will er keine nennen.

Der Mutterkonzern Bertelsmann ist stolz auf seine Konzerntochter, die zum größten Fernsehproduzenten außerhalb von Hollywood aufgestiegen ist. Im vergangenen Jahr erzielte Fremantle einen Rekordumsatz von 1,13 Mrd. Euro. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) legte um knapp fünf Prozent auf 131 Mill. Euro zu. Mittlerweile haben die glänzenden Geschäfte in den USA mit Sendungen wie "American Idol" (Fox), "Got Talent" (NBC) und "The Price is Right" (CBS) längst Deutschland als wichtigsten Umsatzträger abgelöst. In Deutschland firmiert Fremantle unter der Marke UFA und produziert Sendungen wie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", "Superstars" oder "Verliebt in Berlin".

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