Amex und Twitter kooperieren: Einkaufen in 140 Zeichen

Amex und Twitter kooperieren
Einkaufen in 140 Zeichen

Gutscheine, Gadgets, Konzertkarten: Twitter-Nutzer können künftig mit zwei kurzen Nachrichten einkaufen. Dafür arbeitet der Online-Dienst mit dem Kreditkarten-Riesen American Express zusammen.
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Produkte mit nur einem Klick online kaufen – für die meisten Internetnutzer ist das ein alter Hut. Eine Kooperation zwischen American Express und Twitter erlaubt seit gestern Shopping mit nur zwei Tweets, also Kurznachrichten bei dem Internet-Dienst. Mit dieser neuen Methode will der amerikanische Kreditkartenanbieter Soziale Netzwerke als Plattform für E-Commerce erschließen.

Die Unternehmen kooperieren bereits seit März 2012. American-Express-Kunden können seitdem bei Twitter Rabattgutscheine sammeln. Dafür nennen die beteiligten Händler Schlagwörter – Hashtags. Erwähnen Kunden diese in ihren Tweets, erhalten sie Gutscheine.

Diese Methode ermöglicht jetzt auch, bestimmte Produkte zu bezahlen, sofern Kunden ihr Amex-Konto mit Twitter verbunden haben. Auf der Twitter-Seite des Finanzdienstleisters werden zukünftig Hashtags für Artikel wie Digitalkameras oder Spielekonsolen veröffentlicht. Nachdem der Kunde das Schlüsselwort für den gewünschten Artikel gezwitschert hat, muss er innerhalb einer Viertelstunde per Retweet eine Bestätigung senden. Anschließend wird der Einkauf an die hinterlegte Lieferadresse geschickt, der Betrag vom Amex-Konto abgebucht.

Zunächst ist die Methode nach einem Bericht des Technologie-Blogs Techcrunch auf einige ausgewählte Händler und Artikel beschränkt. Dazu zählen Geschenkkarten von American Express sowie Produkte von Amazon, Sony und Microsoft. So soll zum Beispiel gerade Amazons Kindle Fire HD für rund 150 Dollar erste Twitter-Käufer locken – etwa 50 Dollar günstiger als der reguläre Preis.

„Seit dem Erfolg mit den Rabattgutscheinen wissen wir, dass in der Kombination der Vorzüge von Amex und Twitter bedeutende Möglichkeiten stecken“, ließ Leslie Berland von American Express mitteilen.

Von Vorteil dürfte vor allem die virale Verbreitung der Hashtags sein – bestellen Nutzer beispielsweise mit dem Begriff #AmexConcertTickets Karten, sehen auch ihre Follower das. Profitieren könnten auch die teilnehmenden Firmen. Nicht zuletzt könnte die Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt für Twitter sein, um neue Einnahmequellen in seinem Online-Geschäft aufzutun – zumindest wenn der Kurzmeldungsdienst Provision für Käufe kassiert. Ob das geplant ist, teilte Twitter auf Anfrage von Handelsblatt Online zunächst nicht mit.

Doch die Frage ist: Wollen die Nutzer, die Twitter bisher vor allem zur Kommunikation und Information nutzen, überhaupt via Hashtag einkaufen und ihr Profil zur Litfasssäule machen? Die ersten Reaktionen sind gemischt:

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