Amiando
Xing kauft Münchener Event-Plattform

Das Business-Netz Xing setzt sein Erspartes ein, um den Nutzern durch den Kauf der Event-Plattform Amiando neue Funktionen zu bescheren. Eine rasche Dividende soll trotzdem möglich bleiben.
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DÜSSELDORF. Das deutsche Online-Kontaktnetz für Geschäftsleute Xing findet Verwendung für einen Teil seiner Barreserven: Es kauft die deutsche Event-Plattform Amiando. Die Seite ermöglicht das Management und die Kartenvergabe für Veranstaltungen. Über Xing konnten Nutzer bereits bislang Veranstaltungen organisieren.

Xing zahlt für die Übernahme zunächst 5,1 Millionen Euro, Ende März 2013 erfolgsabhängig bis zu 5,25 Millionen Euro. "Das zahlen wir aus der Kriegskasse", sagte Xing-Chef Stefan Groß-Selbeck zu Handelsblatt Online. Derzeit habe Xing rund 50 Mio. Euro Barreserven. Das Management-Team von Amiando soll im Amt bleiben, Marke und Site wieterhin auch eigenständig auftreten.

Der Zukauf ermögliche den Xing-Mitgliedern neue Funktionen, etwa die Registrierung für Veranstaltungen und die Ausgabe von Eintrittskarten, sagte Groß-Selbeck. Einige Funktionen habe Xing bereits in der Vergangenheit von Amiando übernommen. Das Münchener Start-up gehörte bislang Finanz- und Einzelinvestoren, darunter laut "Gründerszene.de" Wellington Partners und der StudiVZ-Mitgründer Ehssan Dariani.

Zuletzt hatten Analysten bei Xing auf eine Dividendenzahlung aus der Barreserve gehofft. "Darüber entscheiden wir zum gegebenen Zeitpunkt", sagte Groß-Selbeck. Es sei noch ausreichend Geld in der Kasse. Die Aktie legte nach der Bekanntgabe um 3,7 Prozent zu.

Der US-Konkurrent von Xing, LinkedIn, teilte heute mit, er habe inzwischen 20 Millionen Mitglieder in Europa, davon gut eine Million in Deutschland. Groß-Selbeck reagierte gelassen: "Für jeden neuen Nutzer, den LinkedIn in Deutschland einsammelt, sammeln wir drei." Xing hat weltweit über zehn Millionen Mitglieder, die meisten davon in Deutschland. Der Umsatz lag im dritten Quartal 2010 bei 13,77 Mio. Euro.

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