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Amoklauf in den USA: Die Filmbranche ringt um Worte

Programmänderungen, Polizeipräsenz, abgesagte Premieren: Der Amoklauf in einem US-Kino hat die riesige Vermarktungsmaschine des neuen „Batman“-Films abrupt gestoppt. Die Folgen werden auch in Deutschland spürbar sein.

WashingtonEs war eine der am heißesten erwarteten Premieren der vergangenen Jahre, und eine der am lautesten Beworbenen. Für den neuen Batman-Film „The Dark Knight Rises“ ließ das Filmstudio Warner Bros. keine Gelegenheit aus, in Erwartung von Millionenumsätzen für den Blockbuster zu trommeln, der in der Nacht zum Freitag in den USA Premiere feierte. Im Kino, Fernsehen, bei Facebook und bei Twitter: Die Fledermaus war überall.

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Am Freitagmorgen dann wäre die Zeit gewesen für erste Jubel-Nachrichten über klingelnde Kassen und Rekord-Besucherzahlen. Normalerweise. Doch Warners Twitter-Kanal blieb für die nächsten Stunden stumm. Entsetzt erfuhren die Manager wie auch das restliche Amerika aus dem Fernsehen, dass soeben ein Amokläufer bei der Batman-Premiere in einem Kinosaal zwölf Menschen erschossen und mindestens 58 verletzt hatte.

Die Tragödie in Aurora im US-Bundesstaat Colorado hat die riesige Vermarktungsmaschine um „The Dark Knight Rises“ abrupt zum Halten gebacht. Filmstudio, Vermarkter und Kinoketten warfen noch am Freitag ihre Pläne für das fein ausgeklügelte Premieren-Spektakel über den Haufen und suchten nach Worten für das Unbeschreibliche. Als Vertreter der Filmbranche zeigte sich der ehemalige Senator Chris Dodd „geschockt“. „Wir richten unsere Gebete an die Opfer, deren Familien und alle, die von der Tragödie betroffen sind“, sagte der Chef des Filmverbandes MPAA.

Blutbad bei US-„Batman“-Premiere Amokläufer erschießt 12 Menschen

Bei der Premiere des neuen „Batman“-Films in den USA tötete ein Amokläufer 12 Menschen.

Blutbad bei US-„Batman“-Premiere: Amokläufer tötet 12 Kinobesucher

Bei Warner Brothers dauerte es ein paar Stunden bis zur ersten Reaktion. Am Vormittag hatten Twitter-Nutzer, erbost über das lange Schweigen, das Unternehmen zu Spenden für die Opfer aufgerufen, während Vertriebschef Dan Fellman laut einem AP-Bericht ab 4 Uhr morgens hektisch herumtelefonierte. Schließlich gab das Filmstudio eine Mitteilung heraus: „Warner Bros. und die Filmemacher sind in tiefer Trauer angesichts dieses schockierenden Ereignisses“, hieß es darin. Regisseur Christopher Nolan sagte laut dem Branchenblatt „Hollywood Reporter“: „Das Kino ist mein zu Hause. Die Vorstellung, dass jemand diesen unschuldigen und erwartungsvollen Ort derart brutal entweiht, ist einfach verheerend“.

Warner Bros. kündigte außerdem an, am Wochenende auf die Veröffentlichung von Einnahmen aus der Premiere verzichten zu wollen, „aus Respekt vor den Opfern“. Das solle dann am Montag nachgeholt werden. Der „Hollywood Reporter“ legte am Freitag allerdings schon mal vor: Das Blatt schätzt die Umsätze auf bis zu 30 Millionen Dollar – das wäre der zweitbeste Mitternachtsverkauf aller Zeiten, nach dem letzten Harry-Potter-Film.

  • 21.07.2012, 19:40 UhrRideTheWave

    Also, ich persönlich denke, dass es jetzt da ankommt wo der Murks herkommt: die Filmindustrie mit der Verherrlichung des Tötens. Von mir aus kann man diese Filmstudios mit einem Bombenteppich platt machen, ohne dass es ein nennenswerter Verlust für den Planeten darstellt. Dito alle Firmen, die Ego-Shooter vertreiben oder herstellen. Bäng. Bäng. Bäng.

  • 21.07.2012, 16:52 UhrWahrlichichsageEuch

    Wonderland, schalten Sie doch mal erst das Gehirn ein:
    Nicht die Waffe tötet, sondern das Gehirn, dass den Finger am Abzug krumm werden lässt!

    Leute wie Sie, die immer nur nach schärferen Waffengesetzen schreien, handeln verantwortungslos und dumm!

    Denn erstens liegt (zumindest in Deutschland) der Anteil an LEGALEN Schusswaffen, die bei Straftaten eingesetzt werden, immer deutlich unter 1%. Das bedeutet, dass die ILLEGALEN Waffen(-Besitzer) das Problem sind! Und an die kommt der Staat eben (leider) nicht ran. Es gibt mehr als doppelt so viele illegale Waffen in Deutschland, wie legale.

    Ein Amoklauf kann auch mit Sprengstoff, einer offenen Gasleitung, Schwertern Messern etc. stattfinden.

    Fazit: Wenn Sie wirklich etwas gegen Amokläufe unternehmen wollen, dann müssen Sie sich darum kümmern, was warum - vor allem im Vorfeld - in den Köpfen der Täter vor sich geht. Die amerikanische Army hat in Experimenten nachgewiesen, dass die Tötungsbereitschaft bei Soldaten, die vor Kampfeinsätzen intensiv mit kranken Baller-PC-Spielen beschäftigt worden sind, signifikant zugenommen hat. Na, schnackelt's so langsam?

    Es ist natürlich viel einfacher, sich den warmen Mainstream-Applaus über die hohle Birne rauschen zu lassen, als mit harter Denkarbeit an die tatsächlichen Ursachen heranzugehen. Das wäre nämlich sehr mühsam und anstrengend und würde harte Forschungs- und Umsetzungsarbeit erfordern. Für so etwas sind aber auf schnelle populistische Effekte erpichte Politiker zu faul und Sie wahrscheinlich zu doof. Und eben das ist verantwortungslos!

  • 21.07.2012, 15:37 Uhrvacca

    Ich denke nicht, dass dieser Amoklauf im Zusammenhang mit dem Film oder der Filmbranche steht, der hätte genau so gut irgendwo anders stattfinden können. Es ist einfach die Tat eines kranken Gerhirns, welches es vielleicht sogar "witzig" fand, mit Maske aufzutreten und "nützlich", seine Identität zu verschleiern. Durchgeknallt ist durchgeknallt. Aber das hat mit dem Tatort selbst nichts zu tun.

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