Amy Pascal verlässt Sony Pictures
Hacker sind die neue Gefahr für Top-Manager

Amy Pascal gibt auf. Die Co-Präsidentin von Sony Pictures verlässt im März ihren Posten. Hintergrund ist der schwerer Datendiebstahl bei Sony. Immer mehr Top-Manager werden von Hackern von ihren Posten geschossen.
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San FranciscoDie stellvertrenden Präsidentin der Filmstudios von Sony verliert ihren Job. Amy Pascal war nach dem Hackerangriff von 2014 auf Sony nicht mehr zu halten. „Sony Pictures stand in den vergangenen Monaten von beispiellosen Herausforderungen“, erklärt Studio-Chef und ebenfalls Co-Chairman Michael Lynton, „und ich bin dankbar für Amys Durchhaltevermögen.“ Aber trotzdem muss sie den Posten räumen. Sie wird ihre eigene Produktionsfirma gründen. Etwas, wie sie sagt, dass sie schon lange vorgehabt habe.

Die Rücktrittsmeldung kommt nur einen Tag nach der Bekanntgabe des nächsten gigantischen Datendiebstahls. Am Mittwoch hatte es mit Anthem den zweitgrößten Krankenversicherer der USA erwischt. Schätzungsweise 80 Millionen Kunden und frühere Kunden könnten betroffen sein.

Es wurden nicht nur Namen, Adressen und Einkommensdaten gestohlen, was schon schlimm genug wäre. Auch die sogenannte Social Security Nummer ist offenbar gestohlen worden. Das ist der Alptraum für jeden US-Bürger.

Mit der Social Security Nummer und den restlichen Angaben zusammen lässt sich leicht ein Leben komplett ruinieren, können betrügerisch Hypotheken und Kredite aufgenommen, Autos finanziert und Steuererklärungen unter falschem Namen abgegeben werden. Ein wütender George Jespen, Generalstaatsanwalt von Connectitut, hat bereits den Vorstand angeschrieben und Auskunft verlangt, wer dafür verantwortlich sei und wie die Daten geschützt worden seien. Das FBI ermittelt.

So dramatisch war es bei Sony nicht, und trotzdem musste jemand aus der Top-Etage den Kopf hinhalten: Amy Pascal. Sie ist nach dem CEO des Handelsriesen Target der zweite Top-Manager, der innerhalb eines Jahres wegen eines Datendiebstahls gehen muss.

Target wechselte im Mai 2014, knapp sechs Monaten nach einem gigantischen Datendiebstahl, den Chef aus. Dabei sah dieser Datendiebstahl, vor allem verglichen mit dem Hack beim Krankenversicherer Anthem, fast wie ein Kindergeburtstag aus. Fast 80 Millionen Kunden- und Kreditkartendaten waren dem Handelskonzern im Dezember 2013 gestohlen worden. Das ist übel und hat das Unternehmen auch zig Millionen Dollar gekostet. Aber der Schaden hielt sich wenigstens für die betroffenen Kunden in Grenzen. Sie bekamen neue Kreditkarten und ihr Geld zurück, falls es Missbrauch gab.

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