An den Kinokassen

Batman ist nicht aufzuhalten

Eine Zwickmühle für die Kino-Industrie: Wie zeigt man nach dem Amoklauf die nötige Sensibilität, ohne dabei Besucher zu verlieren? Experten jedenfalls sind zuversichtlich - sie glauben trotz der Tragödie an einen Erfolg.
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Eine Filmszene aus „The Dark Knight Rises“: Schon die ersten Vorstellungen sollen rekordverdächtig gewesen sein. Quelle: dapd

Eine Filmszene aus „The Dark Knight Rises“: Schon die ersten Vorstellungen sollen rekordverdächtig gewesen sein.

(Foto: dapd)

New YorkDer Amoklauf von Aurora bringt die Kinoindustrie in eine schwierige Lage. Einerseits müssen die Kinobetreiber und das Filmstudio Warner Brothers die nötige Sensibilität zeigen, andererseits wollen sie das große Interesse an dem neuen Batman-Film "The Dark Knight Rises" nicht unnötig schmälern. Branchenexperten trauen dem Film, der von Warner Brothers produziert wurde, trotz der Tragödie einen der erfolgreichsten Kinostarts aller Zeiten zu.

Nach vorläufigen Schätzungen haben sich die Kinobesucher in den USA am Wochenende nicht abschrecken lassen und sind in Scharen in die Kinos geströmt. Bereits die ersten Vorstellungen in der Nacht von Donnerstag auf Freitag waren rekordverdächtig. Sie sollen 30,6 Millionen Dollar eingespielt haben, wie US-Medien berichteten. Das wäre der zweithöchste Umsatz aller Zeiten nach dem letzten Film aus der Harry-Potter-Serie, "Die Heiligtümer des Todes, Teil 2".

Während einer Mitternachtsvorstellung von "The Dark Knight Rises" in einem Kino in Aurora im US-Bundesstaat Colorado hatte am frühen Freitagmorgen ein junger Mann um sich geschossen. Zwölf Menschen starben, 58 wurden verletzt.

Alle Bomben des Massenmörders entschärft

Die Filmindustrie reagierte mit einer Reihe von Vorsichtsmaßnahmen: Das zum Medienkonzern Time Warner gehörende Filmstudio Warner Brothers zog die Fernsehwerbung für den Batman-Streifen vorerst zurück. Eine hochkarätig besetzte Kinopremiere in Paris, die am Freitagabend stattfinden sollte, wurde abgesagt. Gleiches gilt für Premieren in dieser Woche in Tokio und Mexico City.

„Gangster Squad“-Vorschau gestoppt
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12 Kommentare zu "An den Kinokassen: Batman ist nicht aufzuhalten"

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  • @Ares
    Wenn Sie etwas zu sagen haben, was ich ernst nehmen soll, dann verlassen Sie Ihren Standpunkt in der Anonymität und melden Sie sich beim Handelsblatt als registrierter User an. Werden Sie eins mit Ihrer Meinung und stehen Sie in der Öffentlichkeit dazu!

  • Es geht darum, dass keines der beiden Taten in einen Rechtsstaat passt. Einfach mal nachdenken.

    Es geht nicht um die Frage, was gerechtfertigt sein mag und was nicht.

  • Stauffenberg = Breivik? Sonst geht es Ihnen gut, oder?

  • @ Lebemann

    Der Unterschied ist einfach: Syrien ist im Krieg - nicht wir.. oder die Vereinigten Staaten

    Es ist also ein unvorhersehbares Ereignis. Und unvorhersehbares erschreckt nunmal.

    Bei Syrien ist übrigens auch keine Kettenreaktion vermeidbar (Stichwort Russland und China?!?!).

    Und wer wollen Sie eigentlich sein, der jemand seine Verteidigung verbietet. Von Stauffenberg hat auch ein Attentat verübt, den hätten Sie wohl auch ohne Verteidigung hingerichtet, was?

  • Ob zynisch oder nicht: In Syrien werden Tag für Tag Menschen eiskalt ermordet und niemand aus unserer selbstgefälligen „zivilisierten“ Welt hat Interesse daran, das sinnlose Abschlachten zu beenden. Da fallen ein paar Tote in einem Kinosaal kaum noch ins Gewicht, denn die Show muss weiter gehen. In der Politik als auch in der Filmindustrie. Ich freue mich auf den BATMAN-Film, denn mein Vorrat an Tränen ist ebenso erschöpft wie die geheuchelte Anteilnahme. Wenn es etwas zu bedauern gilt, dann ist das die Blindheit der westlichen Welt vor den unerträglichen Massakern in Syrien.

    Einem Massenmörder wird der Hof gemacht, aber darüber jammert niemand. Da lasse ich mir doch nicht den BATMAN-Film vermiesen. Der junge Mörder mag tot sein, aber der Massenmörder in Syrien lebt und feiert seine Taten! Niemand von der Weltpresse zeigt Anteilnahme für die dortigen Opfer oder spendet Trost! Doch kaum sterben ein paar Kids in den USA ist schon ist das Geschrei so groß, dass selbst der US-Präsident das Ereignis für seinen Wahlkampf nutzt. Ich weiß nicht, was widerlicher ist. Selbst die Tatsache, dass man Massenmördern wie Breivik noch eine Verteidigung gewährt, obwohl seine Taten unbestritten von ihm verübt wurden, hat mich längst an dem zweifeln lassen, was mit „Gerechtigkeit“ und „Gott“ zu tun hat. Wir leben in der Hölle auf Erden. Heuchelei, Gleichgültigkeit und Ungerechtigkeit sind die Attribute der menschlichen „Zivilisation“.

  • Danke, genau so sehe ich das auch.

  • Derartige Amokläufe wird man niemals verhindern können, solange man Menschen frei herumlaufen läßt. Und das wird man hoffentlich auch künftig tun.

    An Waffen kommt heute jeder ran, der unbedingt welche haben möchte. In Deutschland sind es aufgrund der rigorosen Waffengesetze halt illegale Waffen, in den USA teils legale, teils illegale Waffen.

    Noch ein Wort zu strengen Waffengesetzen: In England wurde vor einigen Jahren jeder Kurzwaffenbesitz komplett verboten. Kurz darauf sind Gesetzesbrüche mit Kurzwaffen stark angestiegen. Allein diese Zahlen beweisen, daß strenge Waffengesetze gar nichts für den normalen Bürger bringen. Im Gegenteil, je unbewaffneter der gesetzestreue Bürger, desto hilfloser ist er den Verbrechern ausgesetzt, die sich um Waffengesetze einen Teufel scheren. Verbrechen passieren so gut wie nie mit registrierten Waffen.

  • Klasse. Kommentar formuliert -> absenden -> eingeloggt -> Kommentar weg..

    Na ja, noch mal in Kurzform. Dieser Artikel ist vernünftig und ausgewogen. Völliger Unsinn war, was heute morgen im Morning Briefing des Handelsblatts stand:

    "Zynischerweise hat gerade dieses Ereignis (der Amoklauf) dem Film zu einer weltweit einmaligen Publicity verholfen und damit einen Ansturm auf die Kinos ausgelöst."

    Das Massaker hat höchstens den wahnsinnigen Ansturm auf diesen Film etwas gebremst.

  • Hier wird es wenigstens vernünftig dargestellt, und zwar dass der Film trotz dem Massakers noch eine große Menge von Leuten in den USA ins Kino gelockt hat.
    Im Handelsblatt Morning Briefing heute hieß es: "Zynischerweise hat gerade dieses Ereignis (der Amoklauf) dem Film zu einer weltweit einmaligen Publicity verholfen und damit einen Ansturm auf die Kinos ausgelöst."
    Das ist absolut absurd! Der Hype um den neuen Film war schon lange deutlich, und auch dass der Film extrem erfolgreich an den Kinokassen sein würde.

  • Die ganz hellen Köpfe könnten jetzt natürlich die Gunst der Stunde nutzen und fordern, dass Batman oder sogar das komplette Actionfilm-Genre verboten wird.

    Das macht den gleichen Sinn wie die leidige Diskussion um die EGO-Shooter-Spiele.

    Vielleicht kommt aber auch jemand, der bei klarem Verstand ist, nichts mit der Waffen-Lobby zu tun hat und sich 30 Sekunden zum Nachdenken nehmen möchte, auf die Idee, dass es vielleicht diese Kombo macht: frei zugängliche Waffen + Krankheit.

    Es wird niemals aufhören...

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