An Strategie wird festgehalten
Infineon-Umzug vom Tisch

Nach der Ablösung von Infineon-Chef Ulrich Schumacher ist ein Umzug der Konzernzentrale ins Ausland vom Tisch. Eine mögliche Verlagerung des Firmensitzes ins Ausland hatte für harsche Kritik bei den Arbeitnehmern und in der Öffentlichkeit gesorgt. Ansonsten plant der Münchener Halbleiterkonzern nach eigenen Angaben allerdings keine strategischen Änderungen.

HB MÜNCHEN. Es werde keine Änderungen an der Strategie geben, sagte Finanzchef Peter Fischl am Freitagmorgen in einer Telefonkonferenz mit Analysten. „Seien Sie versichert, dass der Aufsichtsrat voll hinter den Zielen steht, ebenso das Management.“ Das Geschäft entwickle sich wie prognostiziert.

Gründe für den Rückzug Schumachers nannte Infineon nicht. Im Aufsichtsrat wird die Trennung mit dem autoritären Führungsstil des 45-Jährigen sowie mit strategischen Differenzen begründet. Gerüchte über angebliche Bilanzfälschungen hatte Infineon schon am Vortag dementiert.

Infineon hatte am Donnerstagnachmittag mitgeteilt, der Aufsichtsrat habe seinen Vorsitzenden, den früheren BASF-Finanzchef Max Dietrich Kley, zum Vorsitzenden des Vorstands berufen. Er könne diese Position bis zu einem Jahr innehaben. Fischl sagte, er gehe aber davon aus, dass die Suche eines Nachfolgers für Schumacher zügiger voran komme.

Das Geschäft entwickle sich wie geplant, die Hoffnung auf schwarze Zahlen im zum 31. März endenden zweiten Quartal 2003/04 habe sich erfüllt, sagte Fischl. Reuters hatte dies bereits aus Branchenkreisen erfahren. Konkrete Angaben zu den Geschäftsentwicklung machte Fischl nicht. Nach wie vor gebe es die bekannten Schwierigkeiten in der Sparte Chips für drahtgebundene Kommunikation (Wireline), fügte er hinzu. Infineon werde den Bereich weiter restrukturieren. Die Suche nach Lösungen für den Glasfaser-Komponenten-Bereich - Infineon hat hieer neben Partnerschaften auch einen Verkauf nicht ausgeschlossen - dauere an und laufe gut.

Mit Blick auf die noch 2002 von Schumacher angestoßene Debatte über eine Firmensitzverlagerung aus steuerlichen Gründen sagte Fischl: „Wir werden den Firmensitz nicht in die Schweiz verlagern.“ Ein Sprecher stellte klar, damit seien die Überlegungen komplett vom Tisch. „Das Hauptquartier bleibt in Deutschland.“ Man werde zwar weiterhin die Auslagerung von einzelnen Konzernfunktionen prüfen, wo dies Sinn mache, es werde aber keinen Umzug der Zentrale geben.

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