Analyse
Infineon: Der große Befreiungsschlag

Eins ist sicher: So wie bisher kann der Münchener Chiphersteller Infineon nicht mehr lange wirtschaften. Seit dem Börsengang im März 2000 hat Europas zweitgrößter Halbleiterhersteller mehrere Milliarden Euro Verlust eingefahren.

MÜNCHEN. Da eine durchgreifende Besserung mit der momentanen Struktur nicht in Sicht ist, holt Konzernchef Wolfgang Ziebart jetzt zum großen Befreiungsschlag aus: Die frühere Siemens-Tochter soll im kommenden Frühjahr in zwei Teile aufgespalten werden. Für das angeschlagene Unternehmen ist es die letzte Chance, wieder auf die Beine zu kommen.

Wenn Aufsichtsrat und Hauptversammlung Ziebarts Plänen folgen, wird Infineon die defizitäre Speicherchip-Sparte vom lukrativeren Geschäft mit so genannten Logikchips trennen. Übrig blieben zwei Bereiche, die im Alleingang bessere Überlebenschancen haben als unter einem gemeinsamen Dach.

Wichtigstes Argument für die Trennung: Die zwei Firmen können sich leichter frisches Kapital beschaffen als bisher. Ausschlaggebend dafür ist, dass die beiden Geschäftsfelder für unterschiedliche Typen von Anlegern attraktiv sind. Die Logiksparte, die vor allem Chips für die Telekombranche und die Autobauer herstellt, richtet sich an risikoscheue Investoren. Das Geschäft ist recht stabil und berechenbar. Die Speichersparte mit ihrem stark schwankenden Geschäft ist hingegen eher etwas für Mutige.

Momentan wird Infineon von beiden Investorengruppen gemieden. Den Kapitalmarkt anzuzapfen, brächte nicht viel. Seit dem Börsengang hat die Aktie vier Fünftel an Wert verloren. Infineon muss sich deshalb ganz aus dem laufenden Geschäft heraus finanzieren. Das hemmt jedoch das Wachstum.

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