Analyse-Spezialist Business Objects kauft Wettbewerber Crystal Decisions
Fusionswelle schwappt in die Nischen der Software-Industrie

Die Fusions- und Übernahmewelle in der Software-Industrie erreicht jetzt auch die Nischen der Branche. Das amerikanisch-französische Unternehmen Business Objects kauft für 820 Mill. $ in bar und Aktien den kanadischen Wettbewerber Chrystal Decisions.

jkn FRANKFURT/M. Beide Firmen bieten Business-Intelligence-Software (BI) an – Programme, mit denen Manager Geschäftsdaten analysieren und für künftige Entscheidungen nutzen können.

Der weltweite BI-Markt ist mit rund 600 Firmen stark fragmentiert. „Mich überrascht die angekündigte Akquisition überhaupt nicht. Angesichts der großen Zahl von BI-Anbietern für Anwendungssoftware rechne ich mit einer Übernahmewelle“, sagte Martin Barnreiter vom Münchener Marktforscher PAC.

Chrystal und Business Objects kommen addiert auf einen Umsatz von 736 Mill. $ und einen Nettogewinn von 66 Mill. $. Das neue Unternehmen beschäftigt 3 865 Mitarbeiter. Im Bereich Reporting – der Aufarbeitung von Daten – wird die neue Firma am Konkurrenten Cognos vorbeiziehen.

„Es ist eine große Gelegenheit, nach Platz eins in unserem Markt zu greifen“, sagte Bernard Liautaud, Gründer und Chef von Business Objects, dem Handelsblatt. „Die Kunden verlangen nach einem klaren Marktführer“, begründete er die Übernahme. Weitere Akquisitionen seien zur Zeit nicht geplant.

Liautaud, der auch die neue Gesellschaft führen wird, betonte, dass die Kunden von Crystal nicht dazu bewegt werden sollen, zu den Produkten seines Unternehmens zu wechseln. Sowohl die Software als auch der Markenname von Chrystal würden weitergeführt. Die Risiken der Integration sind laut Liautaud begrenzt: „Beide Unternehmen wachsen, sind profitabel und haben die gleiche Vision.“

Der Markt für BI zählt noch zu den wenigen wachsenden Bereichen in der Software-Industrie. Analysten von IDC und der Gartner Group gehen davon aus, dass der Markt weltweit zwischen 10 und 15 % pro Jahr zulegen wird. In Deutschland erwartet PAC-Experte Barnreiter ein Plus von jährlich rund 14 % bis zum Jahr 2007.

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