Analysten erwarten starkes Wachstum und Marktanteilsgewinne der großen Hersteller: Gute Aussichten für Computerbauer

Analysten erwarten starkes Wachstum und Marktanteilsgewinne der großen Hersteller
Gute Aussichten für Computerbauer

Die Bänder der Computerhersteller laufen auf Hochtouren. Die Marktforscher von Gartner rechnen damit, dass in diesem Jahr weltweit etwa 14 % mehr PCs verkauft werden als 2003. Von dem Wachstum würden vor allem die großen Hersteller profitieren, meint Rüdiger Spies, Analyst der Meta Group in München. „Die Marktführer gewinnen Marktanteile“, betonte der Computerexperte.

MÜNCHEN. Bestes Beispiel dafür ist Dell: Der zweitgrößte PC-Hersteller der Welt rechnet in diesem Quartal mit einem Umsatzplus von 18 %. Damit werden die Texaner die meisten Konkurrenten weit hinter sich lassen. Denn das höhere Volumen schlägt sich bei vielen Firmen kaum im Umsatz nieder. So geht Computerspezialist Spies davon aus, dass die Preise dieses Jahr prozentual genauso stark fallen werden wie die Stückzahlen steigen. Um die Einnahmen zu steigern, müssen die Firmen also immer mehr oder höherwertige Computer verkaufen.

Das macht derzeit kaum ein Wettbewerber so erfolgreich wie Dell. Im abgelaufenen Quartal erzielte der US-Konzern einen Rekordgewinn von 749 Mill. $ (589 Mill. Euro), ein Plus von fast einem Viertel gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz kletterte um knapp ein Fünftel auf 11,5 Mrd. $.

Vor allem das Firmenkundengeschäft fülle die Auftragsbücher, sagte Firmengründer Michael Dell. „Die Wirtschaft zieht an, deshalb müssen viele Unternehmen ihre veralteten PCs aus dem Jahr 2000 ersetzen“, meint auch Gartner-Experte Kiyomi Yamada.

In den vergangenen drei Jahren hatten vor allem große Unternehmen kaum noch in ihre Computersysteme investiert. Dies führte zur schlimmsten Krise in der Geschichte der PC-Industrie. Erst seit den jüngsten Anzeichen für einen Wirtschaftsaufschwung hat sich die Auftragslage der Branche wieder verbessert. Die Gartner-Experten warnen aber vor Euphorie: „So lange die Arbeitslosigkeit so hoch bleibt, werden die Firmen nur sehr zurückhaltend investieren.“

Angriff aufs Wohnzimmer

Deshalb wollen sich die Computerbauer nicht mehr auf ihre angestammte Kundschaft allein verlassen. Die Anbieter erschließen mit der Unterhaltungselektronik momentan ein ganz neues Absatzfeld. „Die meisten PC-Hersteller werden in diesen Bereich einsteigen“, ist Meta-Group-Analyst Spies überzeugt.

Weltmarktführer Hewlett-Packard, Konkurrent Dell und zahlreiche andere Computerproduzenten planen seit längerem den Angriff aufs Wohnzimmer. Mit Fernsehgeräten und MP3-Playern machte Dell bereits im Weihnachtsgeschäft etablierten Anbietern wie Sony und Philips Konkurrenz. Analyst Spies: „Die klassischen Hersteller der Unterhaltungselektronik kommen damit weiter unter Druck.“

Der kalifornische Nischenanbieter Apple hat zudem bewiesen, dass Computerfirmen selbst die Lieder für ihre neuen Abspielgeräte erfolgreich unter eigener Regie an den Mann bringen können.

Joachim Hofer
Joachim Hofer
Handelsblatt / Korrespondent München
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