Analysten erwarten Zunahme der spekulativen Komponente in T-Aktie
„Heuschrecke“ als willkommener Investor

Wie sich die Zeiten ändern: Der Bund hat einen Teil seiner Telekom-Anteile mit Blackstone ausgerechnet an eine Investmentgesellschaft verkauft, die Vizekanzler Franz Müntefering im vergangenen Jahr noch pauschal als „Heuschrecke“ gegeißelt hat. Sein SPD-Parteikollege und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück begrüßt das ebenso wie Analysten, die bereits auf weitere Investoren und Kurssteigerungen spekulieren.

HB DÜSSELDORF. Steinbrück sagte, die Transaktion sei ein Vertrauenssignal internationaler Investoren in die Stärke und Zukunft des Konzerns. „Ich bin froh, dass mit Blackstone ein strategischer Investor, der an langfristiger Wertsteigerung und Wertschöpfung interessiert ist, jetzt bei der Telekom einsteigt“, erklärte er in Berlin. Das sei ein klares Vertrauenssignal internationaler Investoren in die Stärke und Zukunft der Telekom, die alle Chancen habe, „Europas unangefochtene Nummer 1 im Telekommunikationsmarkt zur werden“, betonte der Minister. „Das ist ein guter Tag für die Telekom und ein guter Tag für ihre vielen Aktionäre“, sagte Steinbrück. Müntefering hatte im vergangenen Jahr eine Debatte zur Rolle von Finanzinvestoren angefacht und die Private-Equity-Firmen mit Heuschrecken verglichen, die über Unternehmen herfallen und diese aussaugen.

Auch von Analysten wurde der Einstieg von Blackstone bei der Deutschen Telekom positiv aufgenommen. In ersten Stellungnahmen hieß es am Montag, dies zeige, dass das Unternehmen am Markt unterbewertet sei und es die Initialzündung für einen Auftrieb des Aktienkurses sein könnte. Außerdem werde das Risiko für Kursrückschläge eingegrenzt. Strategisch seien nun verschiedene wertsteigernde Szenarien für die Telekom denkbar.

Die staatseigene KfW hatte angekündigt, einen Teil ihrer Telekom-Aktien an Blackstone zu verkaufen. Der Kaufpreis für die 4,5 Prozent betrage 2,68 Mrd. Euro.

Blackstone, das auch beim dänischen Telekommunikationskonzern TDC engagiert ist, sprach von einem langfristigen Engagement und hat sich verpflichtet, das erworbene Paket mindestens zwei Jahre zu halten. „Wir glauben, dass die Telekom ein hervorragendes Unternehmen mit einem starken Management sowie attraktiven Kennzahlen und Marktchancen ist“, erläuterte Blackstone-Chef Stephen Schwarzman. Blackstone werde sich - insbesondere im Aufsichtsrat - für eine langfristige Steigerung des Unternehmenswertes einsetzen.

Erwartet wird, dass der Investor ein Mandat im Aufsichtsrat erhält. Es sei derzeit die nahe liegendste Lösung, dass Lawrence Guffey den Posten im Kontrollgremium wahrnehmen solle, sagte ein mit dem Vorgang Vertrauter zu Reuters. Guffey verantwortet von London aus als Senior Managing Director die Investments im Medien- und Kommunikationsbereich. Im europäischen Beirat von Blackstone sitzt Ron Sommer, der ehemalige Vorstandschef der Telekom.

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