Analysten fürchten Preisverfall
Samsung verkauft mehr Handys denn je

Der führende südkoreanische Elektronikkonzern Samsung Electronics hat dank einer starken Nachfrage nach Speicherchips, Flachbildschirmen und Mobiltelefonen den Gewinn im abgelaufenen Quartal fast verdreifacht.

HB SEOUL. Im zweiten Vierteljahr sei der Nettogewinn um 177 % auf 3,13 Billionen Won (rund 2,2 Mrd. €) gestiegen, teilte der weltgrößte Speicherchiphersteller am Freitag mit. Der Gewinn lag damit im Rahmen der Analystenerwartungen, die im Schnitt mit 3,12 Billionen Won gerechnet hatten. Im Vergleich zum ersten Quartal ging der Nettogewinn jedoch um 0,3 % zurück. Der Umsatz stieg im zweiten Quartal auf 14,98 Billionen Won von 9,84 Billionen Won im Vorjahr. Analysten fürchten jedoch, dass sich das Gewinnwachstum in der zweiten Jahreshälfte wegen sinkender Preise für Handys und Flachbildschirme abschwächen wird.

Samsung ist zugleich der weltweit drittgrößte Handy-Hersteller nach der finnischen Nokia und dem US-Konzern Motorola. Im abgelaufenen Quartal verkaufte Samsung den Angaben nach eine Rekordzahl von 22,7 Millionen Mobiltelefonen nach 20,1 Millionen im ersten Quartal. Der durchschnittliche Handy-Preis sank aber zum Vorquartal um neun Prozent. Die Gewinnmarge sank auf 16 % von 26 % im ersten Quartal. Im laufenden dritten Quartal rechnet das Unternehmen wieder mit etwas steigenden durchschnittlichen Handy-Preisen, da mehr Geräte aus dem oberen Preissegment verkauft werden sollen. Zudem erhofft sich Samsung einen weiteren Wachstumsschub Marktstart neuer Modelle im dritten Quartal. Für das Gesamtjahr setzte der weltweit drittgrößte Handyproduzent seine Absatzprognose von 65 Millionen auf 86 Millionen Stück herauf.

Weltmarktführer Nokia hatte am Donnerstag angekündigt, die Preise zu senken, um Marktanteile zurückzugewinnen. Dies werde die Gewinne im dritten Quartal belasten. Nokia-Aktien reagierten mit einem Abschlag von 18 %.

Analysten rechnen zudem mit einem Preisrückgang bei LCD-Flachbildschirmen bis Jahresende von bis zu 25 %. Sie fürchten, dass sich die Konsumenten wegen des erwarteten Preisrückgangs zunächst zurückhalten werden. „Wir rechnen damit, dass sich Samsungs Chip- und LCD-Geschäft in der zweiten Jahreshälfte verschlechtert“, sagte Kim Hee Gook von Tong Yang Investment Trust Management. Die Handy-Sparte werde aber wahrscheinlich gesund bleiben und die Gewinne im Gesamtjahr stützen. Von Reuters befragte Analysten rechneten zuletzt mit einem Nettogewinn für 2004 von 12,49 Billionen Won nach 5,96 Billionen Won im Vorjahr.

Samsung-Aktien lagen etwas im Plus bei 409 500 Won. Samsung ist mit einem Börsenwert von rund 58,7 Mrd. Dollar das am höchsten bewertete Elektronikunternehmen in Asien.

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