Analysten haben die Aktie wiederentdeckt
Nemetschek geht auf Einkaufstour

Der führende deutsche Hersteller von Bausoftware Nemetschek geht nach Jahren der Sanierung in die Offensive.

mwb MÜNCHEN. „Wir denken intensiv über Akquisitionen nach“, sagte Vorstandschef Gerhard Weiß dem Handelsblatt. Im Visier seien Unternehmen mit einem Umsatz über zehn Mill. Euro, vornehmlich zum Ausbau der Bereiche Planen und Nutzen (Gebäudemanagement).

Nemetschek will damit Boden zum Weltmarktführer Autodesk gut machen. Namen von Übernahmekandidaten nannte Weiß nicht. Zuletzt hatte Nemetschek die profitable österreichische Ing. Auer vollständig übernommen. Nemetscheks Liquidität von 24,6 Mill. Euro reiche für weitere Zukäufe. Die Eigenkapitalquote liegt bei 55 Prozent. Das Unternehmen verfügt seit der Hauptversammlung über ein genehmigtes Kapital (4,8 Mill. Aktien) für eine Kapitalerhöhung, die für Akquisitionen eingesetzt werden könnte.

Nemetschek hat sich inzwischen wieder stabilisiert, nachdem der Umsatz von 2000 bis 2003 um ein Viertel schrumpfte. Weiß, seit 2002 im Amt, schaffte den Turnaround. Von damals 1 100 Mitarbeitern sind 750 geblieben. Das Unternehmen hatte sich mit zu vielen Firmenkäufen verzettelt. Die Hälfte der Umsätze erzielt Nemetschek heute im Ausland, wo das meiste Wachstum herkommt. In Deutschland ist der Markt für Software für Architekten und Ingenieure leicht rückläufig.

Im ersten Halbjahr 2005 steigerte Nemetschek den Umsatz leicht auf 47 Mill. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen verdoppelte sich auf 5,2 Mill. Euro. Im Gesamtjahr will Nemetschek über 100 Mill. Euro Umsatz erzielen und das operativenErgebnis sowie den Jahresüberschuss deutlich verbessern. Bis 2006 will Weiß die Umsatzrendite (Ebitda von 14 auf 18 Prozent steigern. Für 2004 zahlte das Unternehmen erstmals seit dem Börsengang eine Dividende von zwei Euro je Aktie, was einer Ausschüttung von 19 Mill. Euro entspricht.

Der Kurs der Aktie hat sich seit Jahresbeginn auf 16,75 verdoppelt. Auch die Analysten haben die Aktie wiederentdeckt. „Der Wachstumspfad ist im zweiten Quartal deutlich steiler geworden“, zeigt sich Peter-Thilo Hasler mit der jüngsten Entwicklung zufrieden.

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