Analystenerwartungen erfüllt
SAP-Konkurrent Siebel verzeichnet Gewinneinbruch

Gewinn und Umsatz des SAP-Konkurrenten Siebel Systems sind im zweiten Quartal im Zuge der andauernden Investitionszurückhaltung von Unternehmen eingebrochen. Mit dem am Dienstag nach US-Börsenschluss veröffentlichten Ergebnis erfüllte der US-Software-Konzern allerdings die Anfang des Monats reduzierten Erwartungen der Analysten.

Reuters PALO ALTO. Nachbörslich stieg der Kurs der Siebel-Aktien auf 9,30 Dollar von 9,22 Dollar bei Handelsschluss an der Nasdaq. Der Konzern kündigte an, die Zahl der Beschäftigten um 490 Stellen oder rund neun Prozent auf 5000 zu reduzieren. Für das dritte Quartal prognostizierte Siebel einen Gewinn je Aktie von zwei bis vier Cent bei Umsätzen von 320 bis 340 Mill. Dollar.

Starke Konkurrenz

Ein Analyst der Aberdeen Group, Denis Pombriant, sagte, Siebel werde offenbar zu Preisnachlässen gezwungen, um mit größeren Wettbewerbern wie SAP zu konkurrieren. Siebel hatte mehrfach betont, dass es unter der Konkurrenz nicht leide. „Es ist schwerer, einen Spitzenpreis zu erzielen, wenn du nicht der einzige Spieler bist“, sagte hingegen Pombriant. Siebel sei eine lange Zeit konkurrenzlos gewesen. Das in San Mateo in Kalifornien ansässige Unternehmen war in den 90er Jahren schnell gewachsen, hatte jedoch in den vergangenen Jahren Marktanteile an SAP, PeopleSoft und Oracle verloren, die über ein breiteres Angebot verfügen.

Analysten verwiesen darauf, dass es im gegenwärtigen Marktumfeld schwierig sei, Verträge über Software abzuschließen, und dass die Vertragsvolumen geschrumpft seien. Ähnlich äußerte sich der Siebel-Chef und -Gründer, Tom Siebel. „Der Markt ist recht schwach“, sagte er in einer Telefonkonferenz. Die Umsätze der Firma sind seit 2001 kontinuierlich gefallen.

Als Ergebnis der laufenden Umstrukturierung erwartet Siebel bis zum Jahresende Einsparungen von fast 30 Mill. Dollar. Finanzchef Ken Goldman sagte, er hoffe, alle damit verbundenen Sondereffekte würden im dritten Quartal wirksam, es sei aber möglich, dass sich dies bis ins vierte Quartal erstrecke.

Im zweiten Quartal ging der Netto-Gewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 67 % auf 9,8 Mill. Dollar oder zwei Cent je Aktie zurück. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn in dieser Höhe erwartet. Der Umsatz sank auf 333,3 (Vorjahr 405,6) Mill. Dollar. Die Software-Lizenzumsätze gingen um 35 % auf 109,9 Mill. Dollar zurück. Bei SAP war diese für die Branche wichtige Kennziffer lediglich um 13 % geschrumpft, was aber stärker war als von Analysten prognostiziert.

Siebel hatte Anleger erst im Juli gewarnt

Siebel hatte erst Anfang Juli die Anleger gewarnt, beim Ergebnis die Analystenerwartungen wohl zu verfehlen. Diese hatten ihre Prognosen daraufhin reduziert. Die gesamte Technologiebranche steckt seit rund zwei Jahren in einer Krise, da die allgemeine Konjunkturflaute zu starker Investitionszurückhaltung geführt hat.

Europas größter Softwarekonzern SAP hatte vergangene Woche erklärt, er sehe noch keine Anzeichen für eine anziehende Branchenkonjunktur. Das bereinigte operative Ergebnis von SAP stieg im zweiten Quartal um 20 % auf 388 Mill. €. Der weltweite Umsatz sank um acht Prozent auf 1,6 Mrd. €, ohne Berücksichtigung der negativen Wechselkurseffekte im Zuge der Euro-Kursgewinne stieg er allerdings um zwei Prozent.

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