Analystenstimmen: Telekom Austria will massiv sparen

Analystenstimmen
Telekom Austria will massiv sparen

Analysten zufolge hat die Telekom Austria vor, in diesem Jahr rund 100 Millionen Euro einzusparen. Mit dem Geld sollen Lockangebote auf dem Heimatmarkt verstärkt werden, um dem harten Preiskampf zu begegnen
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WienDie Telekom Austria will nach Angaben von Analysten im laufenden Jahr rund 100 Millionen Euro sparen. Das habe das Unternehmen am Kapitalmarkttag am Dienstag angekündigt, sagten mehrere Teilnehmer zu Reuters. Die geplanten Einsparungen würden sich jedoch nicht komplett in der Bilanz des Unternehmens widerspiegeln, weil der Konzern mehr Geld in Lockangebote im hart umkämpften Heimatmarkt Österreich stecken werde, hieß es von Analysten und Investoren. Die Telekom Austria wollte sich dazu nicht äußern.

Firmenchef Hannes Ametsreiter erwartet im Mobilfunkmarkt in Österreich einen unverändert scharfen Wettbewerb - trotz des Zusammenschlusses der Konkurrenten Orange und Hutchison. Um Marktanteile zu gewinnen, hatten österreichische Mobilfunkanbieter beispielsweise Smartphones verschenkt und Komplettangebote für rund sieben Euro im Monat angeboten.

Der massive Preiskampf lastet auf den Ergebnissen der Unternehmen. Die Telekom, die knapp die Hälfte des österreichischen Mobilfunkmarktes kontrolliert, erwartet für das laufende Jahr - auch wegen der mauen Konjunktur und der strengeren Regulierung - einen Umsatzrückgang auf rund 4,1 Milliarden Euro. Für 2012 hatte die Telekom noch 4,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Eine Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) blieb die Telekom den Analysten und Investoren jedoch schuldig: "Konzernweit verweigert das Unternehmen, Ziele für das Ebitda zu geben, was beunruhigend ist", sagte Espirito-Santo-Analyst Andrew Hogley. "Sie sagen, dass sie sich keine Grenzen auferlegen wollen, nur um ein Ziel zu erreichen." An der Börse gab die Telekom-Austria-Aktie rund 0,5 Prozent nach.

Ob es eine Zusammenarbeit mit dem niederländischen Telekom-Konzern KPN geben werde, sei noch offen, berichteten die Teilnehmer. Sowohl bei der Telekom Austria als auch bei KPN ist der mexikanische Milliardär Carlos Slim seit vergangenem Jahr Großaktionär. Sollten die Österreicher künftig mit KPN zusammenarbeiten wollen, müssten sie wohl auf die bestehende Roaming-Kooperation mit Vodafone verzichten. Diese bestehende Partnerschaft könnte sich für die Telekom jedoch mehr lohnen als eine Zusammenarbeit mit KPN, sagte ein Investor.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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