Angaben eines Telekom-Aufsichtsrats
Bei T-Systems drohen Kündigungen

Nach Angaben eines Aufsichtsratsmitglieds der Deutschen Telekom steht die Geschäftskundensparte des Konzerns vor Entlassungen.

HB FRANKFURT. „Bei T-Systems werden betriebsbedingte Kündigungen vorbereitet“, sagte Telekom-Aufsichtsrat Lothar Schröder, der dem Verdi-Bundesvorstand angehört, der Nachrichtenagentur Reuters am Freitagabend. Spartenchef Lothar Pauly verschärfe den Kurs gegenüber der Belegschaft. Ein T-Systems-Sprecher widersprach den Äußerungen des Gewerkschafters. Die Frage nach Entlassungen stelle sich erst, wenn alle anderen Mittel wie eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit ausgeschöpft seien. Damit bestätigten beide Seiten einen Bericht der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Die Telekom will sich bis Ende 2008 von 32 000 Beschäftigten „sozialverträglich“ trennen. Nach Aussagen des Sprechers gibt es keine Pläne, in diesem Zeitraum darüber hinaus Personal abzubauen. Der Telekom-Vorstand hatte in der Vergangenheit mehr Stellenstreichungen nach 2008 jedoch nicht ausgeschlossen. Zuletzt hatte die Telekom weltweit rund 250 000 Beschäftigte, davon etwa 170 000 in Deutschland.

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke hatte am Wochenende in Grundzügen seine Strategie vorgestellt, mit der er die Telekom bis 2010 zu Europas ertragsreichstem Unternehmen der Branche machen will. Die konkrete Höhe der konzernweit geplanten Einschnitte hatte er jedoch nicht genannt.

Verdi fürchtet mit der neuen Strategie von Ricke den Verlust weiterer Jobs. „Es wird alles dem Ertragsziel unterstellt“, hatte Lothar Schröder bereits nach der Sitzung des Telekom-Aufsichtsrats kritisiert. „Die Ziele lassen nicht erkennen, dass man zur Einsicht beim Personal gekommen ist.“ Verdi werde sich wehren, wenn sich die Befürchtungen bestätigten, dass weiterer Druck auf das Personal ausgeübt werde. Die Gewerkschaft hatte die Einigung über den laufenden Stellenabbau platzen lassen.

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